SVP-Vertreter im Gemeinderat kandidieren nicht mehr
Nach 20 Jahren im Gemeinderat erklärt Gemeindepräsident Christoph Bösel seinen Rücktritt. Auch Sozialvorsteherin Edith Betschart hört nach zwei Amtsperioden auf. Damit steht die SVP im Zugzwang, ihre Sitze zu verteidigen.
SVP-Präsident Tiziano Rosa hat an der letzten Mitgliederversammlung von anfangs September die neuen Gesichter für die Behördenwahlen empfohlen. Sie wurden denn auch von Versammlung nominiert. Neben Tiziano Rosa als Mitglied für den Gemeinderat kandidiert Reto Baumgartner als Schulpflege-Präsident. Das Amt wird nach dem Abtreten von Gerry Romanescu (FDP) frei. Bei einer Wahl der beiden wäre die SVP wieder mit zwei Mitgliedern vertreten.
Als Gemeindepräsidenten-Kandidat sieht sich Tiziano Rosa nicht: «Es ist für mich eine Sache der Überzeugung, nur für ein Amt zu kandidieren, für welches ich auch die richtigen Voraussetzungen mitbringe.» Der Background müsse vorhanden sein und daher erachte er eine Legislatur im Gemeinderat als wichtige Voraussetzung für ein Gemeindepräsidentenamt. «Man kennt Gepflogenheiten im Gremium und die laufenden Projekte. Jeder muss zuerst lernen, bevor er sich ein solches Amt zutrauen sollte», sagt Rosa dazu.
RPK-Präsident tritt zurück
Gleich mit drei neuen Mitgliedern für die Schulpflege geht die SVP ins Rennen: Bea Kat-Mooser, Iris Kühn und Samuel Frempong möchten sich neu um die Strategie der Schule einbringen. Sie haben sich in der Vergangenheit mit einigen Voten und Anfragen beim Gemeinderat und Bezirksrat für die Schule Nürensdorf eingesetzt. In der Rechnungsprüfungskommission tritt Präsident Jürg Schnyder zurück, Martina Sägesser möchte eine weitere Amtsperiode hinzufügen. Neu kandidiert Thomas Weiss für dieses Gremium. Als neuer Präsident der RPK kandidiert FDP-Mann Dieter Kindlimann.
Frauenanteil in Gefahr
Mit dem Weggang von Edith Betschart sinkt auch der Frauenanteil im Gemeinderat. Lisa Schneider (Parteiunabhängig) kandidiert wieder und wäre die einzige Frau. Sie verrät «Ich kenne eine weitere Parteiunabhänige Frau, die kandidieren möchte, ebenso eine weitere für die Baukommission.» Wer das ist, wird sich nach der offiziellen Meldefrist zeigen. Verraten möchte Schneider keine Namen. Wichtig ist ihr, dass es noch weitere Kandidierende gibt, um im Gemeinderat eine parteiausgeglichene Behörde amten zu lassen. «Zurzeit wären es doch einige Vertreter der FDP, welche eine Mehrheit bilden. Dem stehe ich kritisch gegenüber.»
Zora Bosshart, Ortsvertreterin der Grünliberalen Ortspartei, hat einen nochmaligen Aufruf in ihren Reihen gestartet, um interessierte Personen für ein Amt zu finden, «es ist jedoch noch nicht Konkretes zu kommunizieren». Ebenso bei den anderen Parteien wie der Mitte, der EVP und SP. Die FDP hat bereits ihren Wahlkampf mit einigen Kandidierenden aufgenommen (wir berichteten).


