Bassersdorf

Dorfkreisel: Einheimische Pflanzenwelt sorgt für Diskussionen

Im Moment geben die Bassersdorfer Kreisel zu reden. Beim dorfblitz treffen Mails von Personen ein, die sich über die «tristen und verwahrlosten Kreisel» aufregen. Anscheinend wird das Konzept der Fachkommission Landwirtschaft + Natur von der Bevölkerung nicht getragen.

Der Löwenkreisel wirkt in den Augen vielen derzeit eintönig und verwildert. (tj)
Die Gemeinde will mit dieser Art der Naturbepflanzung eine Vorbildfunktion einnehmen. (tj)
Derzeit nicht gerade eine Augenweide. Der Kreisel an der Dietlikonerstrasse. (rh)
Viele Bassersdorferinnen und Bassersdorfer hinterfragen diese Steintreppe beim neuen Dorfkreisel. (rh)

Seit einiger Zeit ist der im Jahr 2012 umgebaute Zentrumkreisel kaum mehr zu erkennen. Heimische Pflanzen überwachsen den wichtigen Verkehrsteiler scheinbar ungehindert und die ansonsten weitherum als gepflegt und bemerkenswert geltende Bassersdorfer Grün- und Blumenpracht – wie dem Altbach entlang – wird an diesen zwei Orten wenig Rechnung getragen. Warum vegetieren die Kreisel anscheinend ungepflegt vor sich hin?

Bis 2012 wurde der Zentrumkreisel jeweils mit fremdländischen, farbenfrohen Pflanzen und Blumen geschmückt, welche jedoch nicht winterfest waren. Die Pflege und Instandstellung kostete die Gemeinde jährlich einen tiefen, fünfstelligen Betrag. Eine nachhaltige Verschönerung des Zentrumkreisel wurde Ende 2018 von der Fachkommission Landwirtschaft + Naturschutz beantragt. Durch Sträucher, Stein- und Holzhaufen sollte ein neues Raumbild entstehen. Der Gemeinderat stimmte diesem Antrag zu. Mit der Umsetzung dieses naturnahen Konzepts konnten die jährlichen Unterhaltskosten substanziell reduziert werden.

Naturbepflanzung als Vorbild

Das Bestreben ist, die Grünflächen, auch im nahen Umfeld von Kreiseln, mit überwinterungsfähigen und möglichst trockenresistenten, einheimischen Pflanzen zu beleben. Die Gemeinde will mit dieser Art der Naturbepflanzung eine Vorbildfunktion einnehmen, um auch Private anzuregen, ihr Gartenumfeld so zu gestalten. Die heissen und trockenen Sommer oder die jährliche Fasnacht setzen den Pflanzen jedoch zu. Entsprechend wirkt die Bepflanzung zurzeit eintönig und verwildert.

Tobias Jäger

«Ein überaus hässlicher Stein des Anstosses»

Franz Wyss reichte am 10. August eine Anfrage gemäss Paragraph 17 des Gemeindegesetzes ein. Er lobte, dass die Strassen und Plätze gut unterhalten seien und der Blumenschmuck an der Winterthurerstrasse «Gottseidank nicht ein Opfer der Sparanstrengungen geworden sind». Was ihn jedoch definitiv stört, beschreibt er so: «Ein überaus hässlicher Stein des Anstosses ist aber der neue Kreisel bei der Dietlikonerstrasse. Das Unkraut wächst und die beiden lottrigen Stühle sind ein wahrer Graus.» Er wollte daraufhin vom Gemeinderat wissen, wer für den Unterhalt zuständig sei und wann der Kreisel «endlich richtig bepflanzt und unterhalten» werde.

Der Gemeinderat liess in seiner Antwort wissen, dass für die technische Ausführung der Kanton zuständig sei und auch verfügt habe, dass zur Vermeidung von Sichtbezügen und Blendwirkungen das Innere aufgeschüttet werden solle. Da die Gemeinde Bassersdorf jedoch eine höhere ökologische Qualität wünschte, sei sie jetzt für Unterhalt und Pflege zuständig. Man habe auf weitere Gestaltungselemente bewusst verzichtet, also Sträucher, Trockenmauern oder künstlerische Elemente, um die Kosten tief zu halten. Die Begrünung mit Magerrasen und einer Wildblumenwiese sei jedoch aufgrund der Trockenheit und Hitze noch nicht abschliessend und müsse allenfalls nochmals ausgetragen werden. (sg)

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