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Neuer Trend gefährdet Jugendliche

Günstig, verschiedene Geschmäcker und praktisch überall erhältlich: E-Zigaretten werden immer beliebter – besonders bei Jugendlichen. Thea Dolci von der Suchtprävention Bezirk Bülach sieht hinter dieser Entwicklung diverse Probleme.

E-Zigaretten sind ein gefährlicher Ersatz zu den herkömmlichen Zigaretten. (Symboldbild: depositphoto)

Vapen steht übersetzt für Dampfen und damit dem Konsum von E-Zigaretten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Zigaretten werden die Stoffe nur verdampft statt angezündet. E-Zigaretten oder Vapes bestehen aus einem Mundstück, einem Akku, einem Verdampfer und einer Kartusche. In der Kartusche befindet sich eine Flüssigkeit, die durch Ziehen am Mundstück beziehungsweise auf Knopfdruck zu Nebel verdampft und inhaliert wird.

Der Trend zum Vapen löst bei Thea Dolci von der Suchtprävention Bezirk Bülach unterschiedliche Gefühle aus: «Positiv zu erwähnen gilt, dass E-Zigaretten laut aktuellem Wissensstand weniger schädlich als die herkömmlichen Zigaretten sind, da die Inhaltstoffe nicht verbrannt, sondern verdampft werden. Trotzdem enthalten die meisten Vapes Nikotin. Dazu gibt es keine Langzeitstudien über die gesundheitlichen Folgen.»

Dabei stört sich die 32-jährige Fachmitarbeiterin auch am Marketing der Tabakkonzerne: «Oft werden E-Zigaretten als Rauchentwöhnungsmittel beworben, doch die Form, Farben und die Geschmäcker wie zum Beispiel Bubble Gum oder Cola lassen eine andere Zielgruppe vermuten.»

«Generell raten wir stark zur Vorsicht, da eben die gesundheitlichen Folgen derzeit nur schwierig abzuschätzen sind»

Thea Dolci, Suchprävention Bezirk Bülach

Frei zugänglich für Jugendliche

Gemäss der Fachstelle sind E-Zigaretten im Kanton Zürich frei verkäuflich und damit für Jugendliche einfach zugänglich. Änderungen werden erst 2024 mit dem neuen Tabakproduktegesetz erwartet. In anderen Kantonen bestehen bereits heute Abgabeverbote für unter 18-Jährige. Gemäss Dolci würden auch zahlreiche Verkaufsstellen im Kanton Zürich freiwillig Altersgrenzen für diese Produkte festlegen.

Viele E-Zigaretten werden als Einwegprodukte verkauft. Diese sind vor allem bei Jugendlichen beliebt und sind nach einer bestimmten Anzahl Züge nicht mehr wiederverwendbar. «Für bereits 10 bis 15 Franken erhält man heutzutage eine Einweg-Vape», erzählt die 32-jährige Fachmitarbeiterin. Nach Gebrauch würden diese Einweg-Vapes im Abfall statt im Elektroschrott entsorgt werden. «Zehn Einwegakkus entsprechen gemäss Schätzungen etwa einem Handyakku, der einfach so im Abfall landet», verdeutlicht Dolci.

«Bei Zimtaldehyd, konnte nachgewiesen werden, dass das Einatmen zu einer Fehlfunktion von Immunzellen in der Lunge führt.»

Medienmitteilung, Suchprävention Bezirk Bülach

Unbekannte Gefahren

Ein Beispiel für die unbekannten Risiken führt die Fachstelle in ihrer Medienmitteilung aus: «Viele der Flüssigkeiten, die durch Hitze verdampft werden, enthalten Aromastoffe, die für den Verzehr bestens erprobt sind. Nicht untersucht sind dagegen die gesundheitlichen Auswirkungen beim Einatmen der Dämpfe. Nur in einem Einzelfall, bei Zimtaldehyd, konnte nachgewiesen werden, dass das Einatmen zu einer Fehlfunktion von Immunzellen in der Lunge führt.»

Derzeit ist es ungewiss, inwieweit der Boom der E-Zigaretten anhält oder durch das neue Tabakgesetz gebremst wird. Doch eines ist gemäss Dolci klar: «Sucht ist fast immer problematisch und häufig nur ein Symptom und nicht die Ursache verschiedener Probleme. Daher liegt dieses Thema uns als Suchtprävention sehr am Herzen und wir klären über die Gefahren auf.»

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