Röbi Koller gewährt Einblicke in seine Zeit als Moderator bei Happy Day
An einer Lesung seines Buches «Backstage: Hinter den Kulissen von Happy Day» erzählte Moderator Röbi Koller von lustigen, spannenden und traurigen Geschichten aus dem Leben und seiner Zeit bei der SRF-Kult-Sendung.
Der Saal ist gefüllt, die Lichtanimation – fast – bereit und die Zuschauer warten auf ihn: Röbi Koller. Sobald seine Stimme durch den Kirchengemeindesaal hallt, fühlen sich die vielen Anwesenden zurückversetzt ins Wohnzimmer an einem herbstlichen Samstagabend, bereit, Tränen zu vergiessen.
18 Jahre lang hat der Moderator und mittlerweile Autor die Kult-Sendung «Happy Day» moderiert, und so jeden Wunsch seiner Sendungsgäste erfüllt. Egal ob es um lang gesuchte Eltern ging, eine Fahrt mit der Müllabfuhr oder die Wiedervereinigung mit dem geliebten Hund – Röbi Koller stand für einen glücklichen Tag – oder sicher Moment – für die auserwählte Person und rund 500 000 Zuschauer vor dem Bildschirm. Darüber wollen die Gäste am Dienstagabend mehr erfahren – wie lief das ab, welche Wünsche konnten nicht erfüllt werden, war es der Traumjob?
Doch darauf lässt Koller warten. Er erzählt zuerst, wie sein Alltag nun aussieht, von einem angebissenen Apfel «von ausgesuchter Hässlichkeit», den er in einem Schaufenster im Shopville gesehen hat, dass «Glück das ist, was man spürt, wenn es einfach da ist», oder wie wichtig Lesen und Wörter im Leben sind. Erst nach einer halben Stunde kommt das lang ersehnte Thema: Happy Day. Koller erzählt von der ersten Sendung, als ein 90-Jähriger eine private Vorstellung von Eiskunstläufer Stéphane Lambiel erhielt und ihm klar war: «Wenn Happy Day so weitergeht, kommt es gut.»
Arbeit hinter den Kulissen
Schnell wird aber klar: So einfach und schön, wie es im Fernsehen dargestellt wird, war es nicht immer. Koller erzählt von Pannen, langen Arbeitstagen und vielen Umwegen auf dem Weg zum Glück. Die vermeintlich «schönen Ferienreisli auf Kosten der Gebührenzahler» waren nicht immer so rosig, wie es wirkte. Auch wurde nicht jeder Wunsch erfüllt: Spieldates mit Federer, 50 000 Franken nach Hause geschickt oder einmal Formel 1 fahren – leider auch bei Happy Day nicht möglich.
Abgeschlossen wird der Abend mit der Geschichte seiner Eltern und wie die Aussage seines Vaters ihn prägt. Dieser wollte nämlich nicht beten – was dasselbe sei wie bitten – er wollte lieber danke sagen. Eine Botschaft, die Koller den Gästen auf den Weg geben möchte.

