Nürensdorf

Gemeindeversammlung in Nürensdorf: Wildparkieren ein Ende setzen

Das Budget 2026 ging an der Gemeindeversammlung in Nürensdorf zügig an den 100 Stimmberechtigten im Schulhaus Ebnet vorbei, beim Traktandum der Polizeiverordnung ging der Zahlenwirrwarr jedoch los.

Eine anwesende Stimmbürgerin sagte zum Ende der angeregten Diskussionen der Gemeindeversammlung von Mitte November lakonisch: «Wie schön, dass wir als richtiges Problem in Nürensdorf nur die Anzahl Stunden des Parkierens haben…» Auch wenn ein Körnchen Wahrheit in der Aussage liegt, so ist das Wildparkieren entlang von Strassen und auf Parkplätzen in der Tat ein grosses Ärgernis für die Nürensdorfer Bevölkerung.

Der nahe Flughafen zieht anscheinend Reisende aus anderen Kantonen und gar dem nahen Ausland nach Nürensdorf, welche unverfroren ihre Fahrzeuge während ihrer Ferienzeit dort parken. Mehrere Voten von Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern erzählten von haarsträubenden Parkmanövern über Wochen und gipfelte in der Erzählung einer Bewohnerin im Weiler Hakab, welche sechs Monate lang ein Wohnmobil direkt vor dem Haus vor der Nase hatte.

Situative Parkzeitbegrenzung

Diese haltlose Situation soll nun mit der Parkverordnung gelöst werden. Eine Parkzeitbeschränkung von 72 Stunden auf öffentlichem Grund gilt ab Januar 2026, sofern die Frist ohne Rekurse erfolgt. Sicherheitsvorsteher André Meier (FDP) erläuterte, dass einige Artikel präzisiert wurden, da die gültige Polizeiverordnung aus dem Jahre 2009 stammt. So richtig Fahrt nahm jedoch der neue Artikel 30 auf: «Fahrzeuge, Anhänger und dergleichen dürfen nicht länger als 72 Stunden ununterbrochen auf öffentlichem Grund stehen gelassen werden. Signalisierte Parkzeitbeschränkungen bleiben vorbehalten.»

Die Zahl 72 wurde mit 48 Stunden, 6 Stunden und 15 Stunden erweitert und forderte Gemeindepräsident Christoph Bösel (SVP) bei der Abstimmung heraus. Auch wenn André Meier versicherte, dass der Passus der signalisierten Parkzeitbeschränkung der Gemeinde freie Hand gebe, diese Parkstunden an die effektive Strassen-Situation anzupassen, blieben die Anträge dennoch bestehen und wurden ausgemacht, bis am Ende die ursprüngliche Vorlage der 72 Stunden das Rennen machte.

Budget 2026

Finanzvorsteher Hannes Schärer (FDP) hatte zuvor leichtes Spiel mit dem Budget 2026. Die Gemeinde rechnet mit einem Ertragsüberschuss von 68 000 Franken, bei einem Aufwand von rund 39,2 Mio Franken, der Steuerfuss wird unverändert bei 90 Prozent veranschlagt. Die Grundstückgewinnsteuer fliesst weiterhin in die Kasse, ebenso ist 2026 mit einer Million Franken aus dem Finanzausgleich zu rechnen. Kostentreiber bleibt die Pflegefinanzierung mit einer gewollten Erhöhung im ambulanten Bereich und einem leichten Rückgang stationär. Bei den Investitionen würden nun erste Beträge der Schulliegenschaften- Erneuerung zu Buche schlagen. Sowohl RPK-Vertreter Jürg Schnyder wie auch SVP- Präsident Tiziano Rosa lobten die gute Arbeit und Transparenz. (sg)

Sicherheitsdienst

Erschwert hat die Situation, dass auch in der Gemeinde genügend Personen sind, welche ihre Parkplätze als Hobbyraum nutzten oder anstelle eines gemieteten Parkplatzes wild parkten und die Situation zusätzlich verschärfen. Ein Votant brachte daraufhin Lindau mit ihrer Parkraumverordnung ins Spiel und lobte sie für ihr System mit Parkkarten und einer Gratis-Parkzeit von vier Stunden.

André Meier erklärte, dass dies in ein Parkreglement gehöre und nicht in eine Polizeiverordnung, die als Basis gelte. Dennoch liessen sich die Stimmbürger nicht restlos überzeugen und fragten nach, wie man die Parkzeiten überhaupt kontrollieren wolle. Denn nur rigorose Bussen würden die Situation verbessern. Die Gemeinde verspricht, dass sich ein Sicherheitsdienst darum kümmern werde, forderte die Bevölkerung jedoch auch auf, Übeltäter zu melden. Nach vielen Voten sagte André Meier abschliessend: «Wir hören es deutlich heute Abend – ein Parkregime wird ausgearbeitet!»

Die Gemeindeversammlung hat zudem den jährlichen Teuerungsausgleich für die Jugendarbeit der Plattform Glattal gutgeheissen sowie dem Abbau des überschüssigen Guthabens in der Abfall-Spezialfinanzierung. Kleines Detail am Rande: neue Hussen mit den Logos der Weiler sorgen in Zukunft für Farbe bei der Gemeinderatsaufstellung.

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