Lebensgefährliche Arbeit bedingt grosse Vorsicht
Anfangs November nutzten 30 Forstwartlernende den Brüttener Wald zur Ausbildung. An fünf Tagen lernten sie, worauf sie beim Baumfällen achten müssen.
Rund 30 Prozent aller Unfälle im Jahr, die in den Schweizer Wäldern auftreten, gehen auf das Konto Holzfällen. Instruktor und Förster Martin Hardegger von Waldschweiz.ch leitet den wöchigen Kurs der Lernenden, welche im August mit ihrer Ausbildung starteten. «Bäume zu fällen ist auch für mich nach 40 Jahren im Wald immer ein Risiko und verlangt Wissen und Vorsicht.» Neben tödlichen Unfällen kommen auch Stolperunfälle oder Verletzungen durch Baumteile oder Splitter häufig vor.
Ein Teil des Wissens erlernen die 30 Forstwartlernenden im Brüttener Wald. Der zuständige Förster Christian Lippuner wusste von der Suche nach einem geeigneten Waldstück und bot das Stück zwischen Tüfistrasse und Zürcherstrasse dem Kanton an. Zuerst musste er allerdings die Bäume anzeichnen, die es zu fällen gab. Nach dem Kurs wird er auch in den Wintermonaten noch die Arbeit zu Ende führen, welche im Kurs keinen Platz mehr fand.
Sicherung des Platzes
Wichtige Aspekte beim Baumfällen sind neben dem eigentlichen Akt auch die Sicherung des Platzes. So zeugt ein grosses Plakat quer über den Weg gespannt davor, dass wegen Holzarbeiten kein Durchgang sei. Weitere Personen werden bei anderen Wegstücken im Bereich des Fällortes positioniert, um fehlbare Personen wie Spaziergänger, Joggende oder Pilzler aufzuhalten. «Ein Evergreen», sagt Martin Hardegger dazu. «Die Forstarbeiter werden blöd angemacht oder man steigt einfach über die Blache, zertrampelt sie – ich habe schon alles gesehen und gehört.»
«Es sind spannende Tage an einem Holzerkurs»
Währenddessen setzt ein Lernender zum Schnitt am Baum an. Die Kursleiter schauen mit Argusaugen zu. Vorher wurde bereits abgeklärt, wie der Baum im Gelände steht, wie seine Krone ausgebildet ist und ob er sich in der Fallrichtung verkeilen könnte. «Bäume reagieren beim Schnitt immer, manchmal sind Spannungen vorhanden, die man nicht voraussehen kann und daher ist der geplante Rückzugsweg einzuplanen wie auch niemals alleine im Wald tätig zu sein. Die Vorbereitungsarbeit ist sehr entscheidend», erklärt Hardegger.
Spannende Ausbildungstage
Am heutigen Tag ist Besuchstag für die Eltern und die Lehrbetriebe. Philipp Hess vom Staatswald Kyburg schaut seinem Lernenden Wanja über die Schulter. «Es sind spannende Tage an einem Holzerkurs», sagt Hess. «Auch wir bilden uns weiter und seit meiner Ausbildung gibt es neue Methoden, eine andere Mechanisierung und neue Geräte. Daher schätze ich solche Ausbildungen.» Auch Wanja gefällt der Kurs: «Es ist sehr spannend und wir lernen viel.» Philipp Hess gefällt es, dass den Lernenden eingebläut wird, wie gefährlich die Arbeit im Holz ist und dass sich auch alte Hasen wie Hardegger nach so vielen Jahren an lebenswichtige Grundregeln hielten.

