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Steinlig-Neubau: Jetzt geht’s los

Nach jahrelanger Planung wird das alte Steinlig-Pfarrhaus der Reformierten Kirche Breite nun abgerissen. Geklärt werden muss noch der Erhalt des Baumbestandes.

Das alte Pfarrhaus Steinlig weicht einem Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen. Am Spatenstich war die Vorfreude auf das Projekt gross. (bg)

Petrus hatte ein Einsehen: Er schloss für ein paar Minuten die Regenpforten, damit der Spatenstich für den Neubau des Steinlig-Mehrfamilienhauses in Bassersdorf trocken über die Bühne gehen konnte. Die Freude über den symbolischen Baustart war gross bei den Vertretern der Reformierten Kirche Breite, die als Bauherrin hinter dem Sechs-Millionen- Projekt steht. «Über drei Jahre haben wir dieses Projekt nun geplant und vorangetrieben», berichtet Liegenschaftsverwalter Daniel Brunner.

Hochkomplexe Vorschriften

Dabei galt es viele Herausforderungen zu bewältigen. «Die Bauvorschriften sind hochkomplex», erklärte Brunner. Da sich die Bedürfnisse teilweise widersprächen, sei es fast unmöglich, allen gerecht zu werden. Ein Beispiel: Gemäss neuem Baurecht muss das vor über 60 Jahren zu einem Plateau aufgeschüttete Terrain abgetragen und in seine ursprüngliche Hanglage gebracht werden. Das hat zwar für die Nachbarn den Vorteil, dass das neue dreistöckige Wohnhaus kaum weiter in den Himmel ragt als das alte zweistöckige Haus. Aber es führt zu Konflikten mit dem Vorhaben, den Baumbestand auf dem Areal möglichst zu erhalten, da Bäume instabil werden, wenn der Boden um sie abgetragen wird. Besonders die grosse Föhre ist davon bedroht. Bevor das Terrain abgetragen wird, müssen nun Bauamt und Baumpfleger die Sachlage erneut prüfen.

Auch der als schützenswert eingestufte Feldahorn auf dem Grundstück verkompliziert das Bauen. Um ihn zu schonen, werden die Leitungen unterirdisch mit Hydraulik verlegt. Da der Bau in einer Zone mit erhöhter Anforderung liegt, ist eine automatische Lüftung und ein Fensterschliesssystem vorgesehen. Zudem muss die Schallisolation sowohl gegen aussen wie auch innerhalb der sieben Wohnungen höchsten Anforderungen genügen. Des Weiteren müssen die Wohnungen behindertengerecht gestaltet werden.

Bezugsbereit im 2027

Nichtsdestotrotz: Die Vorfreude unter allen Involvierten ist gross und die zahlreich erschienenen Nachbarn taxieren das Projekt als gut. Es gab keine einzige Einsprache, und auch an der Urne war der Neubau vorgängig mit hoher Zustimmung angenommen worden. Das Projekt der Architekten Laura Pastior und Max Seibold hatte sich in einem Wettbewerb gegen 88 andere Projekte durchgesetzt. Wenn alles nach Plan laufe, sei der Bau im ersten Halbjahr 2027 fertig und die sieben Wohnungen – wovon eine als Pfarrwohnung vorgesehen ist – bezugsbereit.

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