Bassersdorf

Verein Spitex soll an nächster Mitgliederversammlung aufgelöst werden

Nachdem die ambulanten Pflege- und Betreuungsleistungen seit März dieses Jahres vom KZU übernommen wurden, war offen, was mit dem Verein geschehen soll. Nun schlägt der Vorstand vor, den Verein aufzulösen.

Für die Mitarbeitenden änderte sich einiges im letzten Jahr. (zvg)

An der ordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins Spitex Bassersdorf Nürensdorf Brütten, kurz Spitex BNB, vom 27. August soll er nach 29 Jahren aufgelöst werden. Überraschen wird es die wenigsten Personen, welche die letzten Monate die Geschichte der Spitex mitverfolgt haben. Seit rund einem Jahr hat sich der Verein gewandelt. Anfangs April übernahm das KZU Kompetenzentrum Pflege und Gesundheit den Auftrag des Vereins für die ambulanten Pflege- und Betreuungsleistungen in den drei dorfblitz-Gemeinden. Inzwischen habe das KZU den Spitex-Betrieb vollständig übernommen, teilt der Vereinsvorstand mit.

Deutliche Statuten

Offen blieb an der Mitgliederversammlung, was mit dem Verein nun geschehen wird, nachdem sein wichtigster Aufgabenbereich weggefallen ist. So steht in den Statuten: «Der Verein bezweckt eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung der drei Gemeinden entsprechend den abgeschlossenen Leistungsvereinbarungen sowie der Zusammenarbeit mit verwandten Organisationen innerhalb und ausserhalb der Gemeinden.» Zwar könnte der Verein gemäss seinen Statuten «weitere Dienstleistungen anbieten, welche dem Vereinszweck entsprechen, und seine Tätigkeit auf andere politische Gemeinden ausdehnen».

Dazu hatte der Vorstand drei bis vier Varianten ausgearbeitet. Dennoch: «Nach Abwägung dieser Varianten im Vorstand haben wir uns für eine klare Trennung der Vergangenheit mit allen bisherigen Verpflichtungen entschieden und stehen einer zukünftigen Ausrichtung eines Vereins nicht entgegen», erklärt Vereinspräsident Jann Rehli und fügt an: «Niemand vom Vorstand ist gewillt, eine aktive Rolle zu spielen und etwas Neues aufzubauen», sagt er. Dennoch sei man offen für Personen und Ideen, falls jemand etwas neu aufgleisen und entwickeln wolle, betont Rehli.

Wohin mit dem Vermögen

Diese Offenheit kommt nicht von ungefähr. In den Statuten ist festgelegt, dass im Falle einer Auflösung das Vereinsvermögen den politischen Gemeinden Bassersdorf, Nürensdorf und Brütten zuhanden einer Organisation mit gleicher oder ähnlicher Zweckbestimmung zu übergeben sei. Eine Verteilung unter den Mitgliedern ist ausgeschlossen. Jann Rehli dazu: «Dieser Passus in den Statuten stammt aus früheren Zeiten, als man noch Bedenken hatte, dass das Vereinskapital einfach in die Gemeindekassen fliessen.» Den Dreh hat man nun gefunden, indem man das Vereinsvermögen zweckgebunden dem KZU für den Spitexbetrieb überweisen würde, sofern niemand einen Nachfolgeverein gründet, der den Statuten entspricht. Abgeschlossen hat man das erste Quartal mit einem Plus von rund 52 000 Franken.

Der Zeitplan sieht vor, dass der Abschluss Ende März 2026 sein solle, damit bis dahin alle Verbindlichkeiten, welche der Verein noch hat, beglichen werden können.

Jann Rehli möchte diesen Schritt jedoch nicht nur als Ende kommuniziert wissen, «es ist ein Anlass zur Freude und zum Stolz. Denn der Verein kann auf über 25 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Es ist gelungen, eine moderne und leistungsstarke Spitexorganisation aufzubauen, die auf einem soliden Fundament stehe. Er erhofft sich mit der Auflösung, dass «die Geschichte des Vereins mit Sorgfalt und Würde zu Ende geführt wird».

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