Bassersdorf

160 Jahre: Happy Birthday, Gemeinnütziger Frauenverein!

Der Gemeinnützige Frauenverein Bassersdorf blickt auf stolze 160 Jahre aktive Vereinsgeschichte zurück. Seit der Gründung im Jahr 1865 setzt sich der Verein unermüdlich für das soziale und kulturelle Leben in der Gemeinde ein. Im Interview erzählt Karin Hagen, Vizepräsidentin des Frauenverein Bassersdorf, was sich verändert hat in 160 Jahren und wo der Verein heute steht.

Damals wie heute werden Wanderungen beim Frauenverein angeboten. (zvg/an)
Damals wie heute werden Wanderungen beim Frauenverein angeboten. (zvg/an)

Karin Hagen, was hat sich in all den Jahren verändert – was ist heute das Verständnis eines Frauenvereins?

Der Hauptgedanke war damals schon das Gemeinnützige und ist es heute noch. Das heisst, dass man dem Allgemeinwohl dienen will und soziale Aufgaben übernimmt. Dabei geht es nicht um den eigenen Gewinn, sondern um das Soziale. Was sich aber verändert hat, sind die Aufgaben. Vieles, was man damals gemacht hat, ist unterdessen feste Aufgabe der Gemeinde oder des Kantons. Zum Beispiel die Mütter-Väter-Beratung oder der Mittagstisch für Kinder, der anfangs vom Frauenverein angeboten wurde und heute über Gemeinden oder Schulen läuft. Insofern hat sich da schon einiges verändert, aber der Gedanke ist immer noch der gleiche.

Wie finden Sie heute Themen und Angebote?

Zum einen: Bewährtes erhalten. Zum Beispiel setzen wir heute den Mittagstisch, der früher für Kinder war, für Senioren um. Wir schaffen Angebote, die das Zusammenkommen fördern. Zum anderen sind die Ideen und Inhalte auch daran orientiert, was Frauen und Familien heute interessiert. Wir haben zum Beispiel begonnen, Workshops anzubieten: Nähstube, Adventskranzbinden oder Schokokuss-Giessen. Das sind kurze Sachen, die einmalig stattfinden, aber dort schauen wir einfach: Was interessiert die Leute, was ist gerade aktuell? Auf der anderen Seite regelmässig stattfindende Veranstaltungen wie beispielsweise das Kerzenziehen – immer ein riesiger Ansturm. Oder auch das Wandern ist beliebt.

«Es schafft einfach Begegnungen mit Menschen, das allein ist schon für viele ein Grund genug.»

Karin Hagen

Vereine haben heutzutage eher Probleme, Mitglieder zu finden. Wie ist das im Frauenverein?

In der Hinsicht gehören wir zu den Glücklichen: Wir haben rund 130 aktive Mitglieder. Ich glaube, es funktioniert gut, weil man sich sehr verschieden engagieren kann. Es gibt Personen, die sich jeden Monat hinstellen und ein Mittagessen oder Frühstück vorbereiten, bis zu Personen, die mal Flyer verteilen oder einen Tageseinsatz leisten. Wir freuen uns sehr, dass so viele dabei sind. Die Leute sind daran interessiert, etwas Gemeinnütziges oder Sinnstiftendes zu tun. Und es schafft einfach Begegnungen mit Menschen, das allein ist schon für viele ein Grund genug.

Was ist die Vision für den Frauenverein in der Zukunft?

Also die Hoffnung ist, dass der Frauenverein bestehen bleibt. Spannend ist auch, dass viele Frauenvereine sich auflösen – bei uns besteht da zumindest momentan keine Gefahr. Es wäre sehr schön, wenn es uns nochmals 160 Jahre lang gibt. Ich glaube, es ist eine Institution, welche die Gesellschaft immer noch brauchen wird, denn der Mensch braucht andere Menschen. Es geht um das Miteinander – das ist das Wichtigste!

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