Bassersdorf

Käufer für Centrumshüsli gefunden

Nachdem das Kulturprojekt «im Centrum» an der Urne gescheitert war, hatte die Reformierte Kirche Breite die Liegenschaft zum Verkauf ausgeschrieben. Mit Erfolg.

Die Braun Real Estate GmbH hat den Zuschlag für den Kauf des Centrumshüsli erhalten. (bg)
Die Braun Real Estate GmbH hat den Zuschlag für den Kauf des Centrumshüsli erhalten. (bg)

Nun öffnet sich ein neues Kapitel beim Centrumshüsli mitten in Bassersdorf. Die Reformierte Kirche Breite sieht vor, das denkmalgeschützte Haus für 570 000 Franken an die Braun Real Estate GmbH aus Neftenbach zu verkaufen. «Das höchste Angebot bekam die Zusage», erklärt Daniel Brunner, der ehemalige Liegenschaftsverwalter der Kirchgemeinde, der diese Aufgabe im Mandat übernommen hatte. Insgesamt haben sich auf die für eine halbe Million Franken ausgeschriebene Liegenschaft 155 Interessierte gemeldet, 18 haben das Angebot vertieft geprüft und fünf haben schliesslich ein Kaufangebot eingereicht.

Der Käufer hat bereits eine Anzahlung geleistet und den Reservationsvertrag unterzeichnet. Definitiv wird der Verkauf aber erst, wenn die Mitglieder der Kirchgemeinde an der ausserordentlich angesetzten Kirchgemeindeversammlung am 29. September diesem zugestimmt haben.

Nutzung noch offen

Wie das Haus künftig genutzt werden soll, ist noch offen. «Der künftige Eigentümer prüft derzeit gemeinsam mit seinem Architekten verschiedene Möglichkeiten. Konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor», sagt Brunner.

Gemeinde lehnte Haus ab

Damit wird beim im Jahr 1840 gebauten Haus ein neues Kapitel aufgeschlagen. Das Haus war ursprünglich Teil der Handwerker-Überbauung «Im Chratz» und wurde 1971 von der Kirche gekauft und in den vergangenen Jahren unter Schutz gestellt. Da die Reformierte Kirche Breite das Haus nicht mehr verwenden konnte, bot sie es der politischen Gemeinde Bassersdorf zu einem symbolischen Preis an – die Gemeinde wollte das Haus aber nicht.

Anschliessend beschloss die Kirchgemeindeversammlung im November 2022, die Liegenschaft auf dem freien Markt an den Meistbietenden zu verkaufen – ausser ein Käufer würde sie für kirchliche, kulturelle oder soziale Zwecke nutzen und damit der Öffentlichkeit zugänglich machen. Als sich darauf der Verein «Im Centrum» gebildet hat, der das Centrumshüsli zu einem kulturellen Treffpunkt umbauen wollte, bot die Kirche Hand und versprach dem Verein das Haus für einen symbolischen Betrag von 1000 Franken.

Kulturprojekt gescheitert

Der Verein kämpfte drei Jahre lang für das Kulturprojekt, schaffte es aber nicht, die dafür nötigen rund 1,5 Millionen Franken aufzutreiben. Nachdem auch sein Antrag auf ein Gemeinde-Darlehen über eine halbe Million Franken im März dieses Jahrs an der Urne sehr knapp gescheitert war, gab der Verein auf – und die Kirche schrieb das Objekt zum Verkauf aus. «Die Kirchenpflege hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles unternommen, um eine Nutzung des Centrumshüsli zugunsten der Allgemeinheit zu ermöglichen», resümiert Brunner. «Wir sahen keine realistische und finanziell tragbare Alternative zum vorgesehenen Verkauf mehr.»

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