Aktueller Bewirtschaftungsplan ist bereits offiziell in Kraft
Anfang Jahr bewilligten Gemeinde und Kanton den überarbeiteten Betriebsplan für den Gemeindewald Brütten. Dieser verbindliche Plan hilft bei der Waldbewirtschaftung für die nächsten zehn Jahre.
Wer im Kanton Zürich mehr als 50 Hektar Wald besitzt, ist verpflichtet, einen Betriebsplan für die Waldbewirtschaftung zu erstellen. Darin wird aufgezeigt, wie der Wald gepflegt und genutzt werden soll, und welche Leistungen dafür nötig sind.
Die Gemeinde Brütten verfügt über insgesamt rund 200 Hektar, wovon 130 Hektar sich im Besitz der Gemeinde und 70 Hektar in Privatbesitz befinden. Der Betriebsplan erstreckt sich über einen Zeitraum von zehn Jahren und deckt aktuell den Zeitraum 2025 bis 2034 ab. In ihm enthalten ist unter anderem, in welchem Zustand sich der Wald zur Zeit der Planerarbeitung befunden hat und in welchem Umfang er bewirtschaftet werden soll.
Drohnen statt Handarbeit
«Wir erhalten den Auftrag zur Erstellung vom Kreisförster», so Förster Christian Lippuner. Dann heisst es für Forst und Gemeinde, die nötigen Daten zusammenzutragen.
Wurden früher zur Datensammlung noch die Bäume von Hand gezählt und vermessen, werden heute mit Stichproben der Vorrat ermittelt und anhand von Luftbildern die verschiedenen Altersstrukturen erfasst. Vor Ort werden die Aufnahmen kontrolliert und definitiv auf dem Plan eingetragen. Das sei zwar viel effizienter als früher, dauere aber auch noch zwei bis drei Tage. Die ermittelten Ergebnisse wurden daraufhin an ein externes Büro weitergegeben, welches den umfangreichen Plan erstellt hat.
Nach Fertigstellung ging die Vorlage an die Gemeinde und den Kanton zur Bewilligung. Im Februar erfolgte letztlich die Abnahme, so dass Brütten nun wieder für die nächsten zehn Jahre ein massgebendes Planungsinstrument für die Waldbewirtschaftung in der Hand hat.
Wald nicht plündern
Eine der grundsätzlichen Vorgaben der Waldbewirtschaftung ist, es darf nur so viel Holz genutzt werden, wie auch nachwächst. Der neue Plan habe sich eigentlich nur im Punkt zur Nutzungsmenge wesentlichen zum alten hin verändert, erklärt Lippuner. Waren es zuvor 2000 Kubikmeter Holznutzung pro Jahr, ging die Menge jetzt zurück auf 1000 Kubikmeter pro Jahr. «Wir wollen den Wald nicht plündern. Aber weniger Ertrag aus Holzernte bedeutet auch weniger Einnahmen für die Gemeinde.»
Die Hauptaufgabe der Waldbewirtschaftung ist immer noch die Holznutzung. Als gleichbedeutende Aufgaben sind in den letzten Jahrzehnten nunmehr hinzugekommen, den Wald für die Klimaerwärmung und für die Nutzung als Erholungsgebiet zu gestalten.
Problem Eschensterben
Waren in den zurückliegenden Jahren Sturmschäden und Käferbefall massgebend für die Art der Bewirtschaftung, spielt derzeit beides keine grosse Rolle, was jedoch jederzeit schnell wieder umschlagen kann. Ein zentrales Problem in den Wäldern ist zurzeit das Eschensterben. «In zwei bis drei Jahren werden etwa 90 Prozent der Eschen weg sein», sagt der Gemeindeförster. «Die Esche macht derzeit einen Drittel des Baumbestands aus. Wir passen auf solche Ereignisse die Waldbewirtschaftung immer wieder neu an. So setzen wir als Ersatz vermehrt auf Laubbäume, die mit Hitze und trockenen Böden besser zurechtkommen und lassen immer mehr Naturverjüngung zu. Auch Totholz lassen wir vermehrt liegen. Das gibt Feuchtigkeit und Schonung für die Böden. Ein Vorteil darin ist zudem, dass wir weniger pflanzen müssen und weniger Arbeit mit dem Bepflanzen haben».
Der Plan sei sehr hilfreich für den Forst, so das Fazit von Lippuner. Er zeige auf, ob man in den letzten Jahren richtig gearbeitet habe und der Wald nicht übernutzt wurde. Man möchte schliesslich einen intakten, vitalen Wald an die Nachfolgenden weitergeben.


