Samariterverein Kemptthal und Umgebung gibt auf
Nach über 100 Jahren ist Schluss: Der Samariterverein Kemptthal und Umgebung, der auch Brütten abdeckt, löst sich aufgrund mangelnden Nachwuchses per Ende Jahr auf.
Nothelferkurse für den Führerschein, Reanimationstraining für Laien, Sanitätsdienst beim Fussballturnier: Was Samaritervereine in der Schweiz leisten, wird oft erst sichtbar, wenn sie fehlen. Genau das droht nun in Brütten und Umgebung.
Der Samariterverein Kemptthal und Umgebung hat bekannt gegeben, dass er sich per Ende Jahr auflöst. Ein weiterer Verein, der nach 116 Jahren Vereinsgeschichte – übrigens immer mit demselben Namen – von der Bildfläche verschwindet. Seit Jahren melden Samaritervereine in verschiedenen Regionen ihre Auflösung. So etwa jener in Engstringen (ZH), der sich 2018 auflöste, oder derjenige in Brütten, der vor wenigen Jahren aufgab.
Zu viel Aufwand
Laut Monika Gilgen, Sanitätsdienst-Verantwortliche und Vorstandsmitglied im Samariterverein Kemptthal, wird das Team zunehmend älter, während der Nachwuchs fehlt. Mit nur sieben Personen, die Sanitätsdienste an Vereinsanlässen oder Dorffesten leisten, werde es bei mehrtägigen Events schnell eng mit dem Personal. Nach der Fusion mit Brütten hatte sich der Verein neue Mitglieder erhofft, doch nur zwei Personen aus Brütten führten ihr Amt in Kemptthal weiter.
«Für die betroffenen Vereine tut es uns natürlich leid», bedauert Gilgen. Wenn künftig nur noch professionelle Rettungssanitäter die medizinische Versorgung übernehmen, werde das schnell zur Kostenfrage. Trotzdem sei der Schritt richtig: «Es ist an der Zeit, wir machen das schon so lange.»
Gilgen hofft, dass sich eine gute Lösung für die Region finden lässt. Vielleicht übernimmt ein anderer Samariterverein den Sanitätsdienst in der Region. Klar ist für Gilgen: Sie und einige ihrer Teamkolleginnen und -kollegen werden weiterhin an Blutspendetagen mithelfen und sich noch nicht ganz aus dem gesellschaftlichen Engagement zurückziehen.
Geliebter Crêpe-Stand
Ob sie den heiss geliebten Crêpe-Stand an der Chilbi in Lindau weiterführen, steht allerdings noch aus. Dieser habe besonders viele Reaktionen ausgelöst, erzählt das Vorstandsmitglied. «Chilbi Lindau ohne Crêpestand geht gar nicht», hiess es im Umfeld.
Auch die Gemeinde Brütten bedauert die Auflösung des Vereins, wie sie auf Anfrage mitteilt. Der Verein habe sich über viele Jahre für Sicherheit und Nachbarschaftshilfe in der Region eingesetzt.



