Bassersdorf

Centrumshüsli vor schicksalshaften Wochen

Dem Verein Centrumshüsli fehlen noch immer rund 800 000 Franken. Nun stellt sich die Frage: Nochmals Gas geben auf der letzten Meile oder den Stecker ziehen? Für den Verein ist klar: weiterkämpfen.

Der Verein «Im Centrum» braucht dringend Geld für das Centrumshüsli. (zvg)

Seit nunmehr drei Jahren weibeln die Mitglieder des Vereins Centrumshüsli mit viel Herzblut um Geld oder materielle Unterstützung. Ihr Ziel: Das historische Centrumshüsli für die Bevölkerung zu retten und zu einem Raum für Begegnung und Kultur umzubauen.

Bisher hat der Verein rund 682 000 Franken gesammelt – darunter sind Spenden, schriftliche Zusicherungen sowie versprochene Rabatte von Firmen. Viel Geld – aber noch immer zu wenig: Gebraucht werden 1,5 Millionen Franken. Somit fehlen rund 800 000 Franken. Selbst wenn die Gemeindeversammlung am 8. März das Darlehen über 500 000 Franken genehmigen sollte, fehlen immer noch 300 000 Franken. Falls der Verein diese Summe etwa bei einer Bank beschafft, stellt sich die Frage nach den Konditionen. Denn schon das Darlehen der Gemeinde ist an Bedingungen geknüpft: Der Verein muss jährlich 25 000 Franken zurückzahlen.

Geteilte Meinungen

Klappt das mit dem Centrumshüsli unter diesen Umständen oder droht es zu scheitern? Hier gehen die Meinungen auseinander. Christian Trüb, ursprünglich ein begeisterter Anhänger und Berater des Projekts, hat Bedenken: «Ich sehe mittlerweile zu viele und zu hohe Hürden». Neben den schwachen Finanzen bereiten ihm vor allem die ans Darlehen geknüpften Bedingungen Sorgen. Die monatlichen rund 2000 Franken, die der Verein berappen müsse, drohten dem Betrieb das Genick zu brechen. «Ich zolle den Vereinsmitgliedern für ihr Engagement den grössten Respekt – aber ich würde in dieser Situation den Stecker ziehen.»

«Es ging mit der Geldsuche zwar zäher als erwartet, aber wir schaffen das»

Christoph Füllemann

Zäher, aber möglich

Ganz anders sieht das Christoph Füllemann, Präsident des Vereins «Im Centrum». «Es ging mit der Geldsuche zwar zäher als erwartet, aber wir schaffen das», ist er weiterhin optimistisch. Man sei derzeit im Gespräch mit zwei Stiftungen. Zudem könne das Centrumshüsli die ans Darlehen geknüpften Zahlungsbedingungen stemmen, denn es seien Leistungsvereinbarungen mit der Gemeinde geplant. Diese sehen vor, dass die Gemeinde den Verein mit der Organisation kultureller Anlässe beauftragt und ihn für diesen Aufwand bezahlt, was etwa der Höhe der Rückzahlungen entspreche. «Unter dem Strich ist das ein Nullsummenspiel», so Füllemann. Desweiteren bestehe bei den Umbaukosten noch Spielraum; die Architektin habe diese extra grosszügig berechnet, um auf der sicheren Seite zu sein.

Nach der dreijährigen Vorlaufzeit entscheidet sich dieses Jahr das weitere Schicksal des Centrumshüsli. Am 8. März befinden die Stimmbürger an der Urne über das Darlehen der Gemeinde – dieses war an der Gemeindeversammlung im September bereits angenommen worden, muss aber auf Begehren eines Stimmbürgers noch an die Urne. Nach diesem Stichtag bleiben dem Verein sechs Monate, um die Finanzierung zu sichern und die gemeinnützige Stiftung zu gründen – diese Frist hat die Reformierte Kirche Breite gewährt, die Noch-Besitzerin des Centrumshüsli.

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