Der Flusskrebs-Fan
Hanspeter Lüthi beobachtet seit Jahren die Entwicklung der Flusskrebse in heimischen Gewässern. Der Hobbyfischer hofft mit seiner Begeisterung und mit einem Vortrag im April in Bassersdorf das Interesse der Bevölkerung zu wecken.
Seit Kindesbeinen frönt Hanspeter Lüthi seinem Hobby, dem Fischen. Mittlerweile 73 Jahre alt, hat Lüthi sein Tätigkeitsgebiet seit einigen Jahren ausgeweitet: Er interessiert sich nun ebenfalls für die Flusskrebse. Die Fischerei betreibt er nachhaltig, und mit dem gleichen Naturschutzgedanken verfolgt er die Krebsentwicklung in heimischen Gewässern. Besorgt ist er wegen der Wasserqualität: «Der Krebs ist ein Indikator für ein gesundes Wasser. Verschwindet er, bedeutet dies oft eine abnehmende Wasserqualität», so Lüthi.
Pest bedroht Krebse
Zudem stellen Pestizide eine Gefahr für alle Krebse dar – für die einheimischen und die ausländischen. Zweitgenannte wurden um etwa 1850 in die Schweiz eingeführt und waren zum Verzehr vorgesehen. Es waren dies der Galizierkrebs, der Kamberkrebs, der Signalkrebs und der rote amerikanische Flusskrebs. «Seit jeher tragen diese ausländischen Krebse die Krebspest auf sich», so Lüthi. Nebst den neuerlichen Umwelteinflüssen wie wärmere Gewässer und tiefere Wasserstände ist die Krebspest die hauptsächliche, oft tödliche Gefahr für die drei einheimischen Arten Edelkrebs, Steinkrebs und Dohlenkrebs.
Krebskartierung: Hilfe gesucht
Eine Krebskartierung fand letztmals ab 2009 statt: während fünf Jahren arbeitete man daran, den Bestand der Krebse im Kanton Zürich in etwa abzuschätzen. «Die Krebse sind nachtaktiv: ab 21.30 Uhr ging es jeweils los», so Lüthi. «Für mich war dies unbekannt und deshalb sehr spannend. Und die Leute schauen nicht ins Wasser – ich wollte es aber tun!» Nun ist der Zeitpunkt gekommen für eine neue Kartierung: «Wir suchen Freiwillige, die uns helfen», so Lüthi.
Leider sei in allen drei dorfblitz-Gemeinden der Krebs ausgestorben. Ein Vorprojekt für eine Wiedereingliederung wurde 2025 aufgegleist, aber nicht weiterverfolgt, weil sie aussichtslos erschien. Lüthi ordnet ein: «Der Grundbestand im Eigental lässt einen Besatz zurzeit nicht zu.»
Vortrag «Flusskrebse im Kanton Zürich»: 14. April, 19.30 Uhr, Katholisches Kirchgemeindehaus in Bassersdorf
