Mehrheitlich Zustimmung zu neuen Fussballfeldern
Auf einem gemeindeeigenen Grundstück neben der bxa sollen zwei neue Fussballfelder entstehen als Ersatz für die Plätze «Acherwis» und den «SBB-Platz». Im Dezember empfahl die vorberatende Gemeindeversammlung ein Ja für die Urne, die RGPK lehnt das Geschäft ab.
Das Gemeinde-Sportanlagenkonzept (GESAK), das 2023 von der Gemeinde zusammen mit zahlreichen Ansprechsgruppen erarbeitet und 2024 verabschiedet wurde, hat gezeigt, dass die gegenwärtige Sportinfrastruktur den Anforderungen des Vereinssports und der Bevölkerung zukünftig nicht mehr gerecht wird. Vor allem bei den Fussballplätzen bestehe Handlungsbedarf. Doch auch die Sportanlage bxa mit der Tennishalle ist in die Jahre gekommen und muss in nächster Zeit saniert werden. Daher ist die Gemeinde derzeit daran, ein Nutzungskonzept für die bxa zu erarbeiten mit einer entsprechenden Finanzierungsstrategie. Dabei ist auch eine Dreifachturnhalle im Gespräch.
FC mit langer Warteliste
Aktuell stehen der Gemeinde fünf Fussballplätze zur Verfügung, wovon zwei in absehbarer Zeit aufgehoben werden müssen. Der Platz in der Acherwis muss gemäss kantonaler Vorgabe spätestens 2034 wieder der Landwirtschaft übergeben werden. Ein weiterer Platz nahe der bxa liegt auf einem Grundstück eines privaten Investors, das künftig anderweitig genutzt werden soll. Ohne diese beiden Plätze wird der FC Bassersdorf vor grosse Herausforderungen gestellt. «Aktuell stehen über 100 Kinder auf einer Warteliste und können nicht im FC Bassersdorf Fussball spielen», erklärt Felix Pfister, Präsident des FC Bassersdorf. «Ein weiteres Zuwarten würde die Situation deutlich verschlechtern. Trainingszeiten müssten weiter eingeschränkt werden, Wartelisten würden wachsen und im schlimmsten Fall müssten wir Mannschaften zurückziehen», warnt Pfister.
Diesen «Notstand» hat auch die Gemeinde erkannt und beschlossen, das Projekt Fussballplätze im Rahmen des Gesamtsportanlagenkonzeptes vorzuziehen. So kommt an der Urnenabstimmung am 8. März eine Vorlage zur Abstimmung, welche den Bau von zwei neuen Fussballplätzen auf dem gemeindeeigenen Land «Grabmenswisen» östlich der bxa vorsieht. Geplant sind ein Rasen- und ein Kunstrasenplatz in Normgrösse. Die Baukosten für den Ersatz der Fussballfelder belaufen sich auf 4.3 Millionen Franken.
Investitionen klug verteilen
Für die zuständige Gemeinderätin und Vorsteherin des Ressorts Gesellschaft, Selina Stampfli, macht dieses Vorgehen Sinn. «Dass diese Plätze gebaut werden müssen, ist gegeben. Und der Ort scheint uns ideal. Erstens haben wir die Sportinfrastruktur an einem Ort gebündelt und der spätere Bau einer Dreifachturnhalle würde dadurch nicht beeinträchtigt. Schliesslich geht es auch darum, die Investitionen, welche auf die Gemeinde in den kommenden Jahren für Infrastrukturprojekte zukommen werden, klug zu verteilen», so Stampfli. Ausserdem streicht die Gemeinderätin den gesellschaftlichen Stellenwert von Fussball und Sportstätten als gemeinsamem Begegnungsort heraus.
Auch Bernhard Dettwiler, Verwaltungsratspräsident der bxa, steht diesem Projekt positiv gegenüber. «Die Gemeinde und die bxa sind daran, für die in die Jahre gekommene bxa-Anlage eine neue Nutzungsstrategie auszuarbeiten und die Sanierung der Anlagen zu planen. Eine Ablehnung der Plätze würde eine Bedrohung für die notwendige Sanierung bedeuten», sagt er.
RGPK: Keine Dringlichkeit
Anders sieht das jedoch die RGPK. Sie lehnt den Bau der Plätze derzeit ab. Ihr Präsident Lukas Müller dazu: «Die RGPK hat nichts gegen Fussball oder Fussballplätze einzuwenden. Vielmehr überzeugt das Geschäft aus inhaltlichen Gründen nicht: Zum einen hat der Gemeinderat ein Gesamtkonzept für alle Sportanlagen in Bassersdorf erarbeiten lassen, dazu gehört auch das bxa-Areal. Dort stellen sich diverse Fragen, beispielsweise zu Garderoben, Parkplätzen und Sporthallen. Für die Kommission ist nicht nachvollziehbar, warum nun die Fussballplätze ohne übergeordnetes Konzept plötzlich vorgezogen werden sollen», so Müller.
Zum anderen bestehe aus Sicht der RGPK kein dringender Handlungsbedarf. Die heutigen Plätze in der Acherwis seien bis 2034 verfügbar. Der einzige Zeitdruck ergebe sich aus dem Wegfall des «SBB-Platzes», wobei unklar sei, wann dieser nicht mehr zur Verfügung stehe, argumentiert der RGPK-Präsident.


