Bassersdorf

Wege aus der Einsamkeit

Ein Theaternachmittag mit Humor und Tiefgang zum Thema «Einsamkeit im Alter».

Vier Schauspieler spielen bekannte Szenen aus dem Alltag. (um)

Am 6. November versammelten sich im Franziskuszentrum knapp 70 Besucherinnen und Besucher. Eingeladen hatten die Gemeinde Bassersdorf und die Arbeitsgruppe «Gemeinsam bis ins Hohe Alter» zur Abschlussveranstaltung des Jahres – diesmal zu dem hochaktuellen Thema «Einsamkeit im Alter».

Theater, das berührt und bewegt

Nach der herzlichen Begrüssung durch Nadine Bürgi von der Fachstelle für Altersfragen und ist schnell klar: Hier wird nicht einfach Theater gespielt, hier wird Leben erzählt. Vier Spielende betreten die Bühne. Ihre Gesichter sind ernst, beinahe leer. Doch sie sind schon im Spiel und erzählen von einer stillen, oft unausgesprochenen Einsamkeit im Alter. 

In kurzen Dialogen tauschen sie Gedanken und Erfahrungen. Das Alleinsein nach der Pensionierung– Verlassenheit, besonders abends. Der Nächste berichtet, dass er ohne Gesellschaft meist nur noch Brot, Wurst und Käse isst – das Publikum lacht wissend. Die Zeit nach der Pensionierung sei schnell vergangen – bis die Gesundheit nachliess und Freunde nach und nach verstarben.

Die Szenen wirken ehrlich, manchmal schmerzhaft, dann wieder tröstlich. Das Publikum nickt, lacht, wird still. Man erkennt sich wieder.

Begegnung beginnt mit einem Lächeln

Humorige Szenen werden gespielt: das alte Adressbuch hervorholen und einfach mal jemanden von früher anrufen. Eine Szene sorgt für Lacher: «Ich kann nicht auf Menschen zugehen!» Antwort: «Dann fang halt mit einem Grüezi an.» Und genau das wird dann vom Publikum nachgespielt: Ein «Grüezi» und ein Lächeln für den Nachbarn – das sorgt für heitere Stimmung.

Nach der zum Nachdenken anregenden Aufführung folgt eine Diskussionsrunde, moderiert vom Leiter des Theaterensembles Obertor. Soziale Bedürfnisse seien ein Grundstein eines jeden Menschen, sagt er. Es brauche ein Gleichgewicht zwischen «Zeit für sich» und «Zeit mit anderen.» Und vor allem sei wichtig, selbst aktiv zu werden, um Einsamkeit nicht zuzulassen.

Die Gäste können sich mit Meinungen und Erfahrungen einbringen, was sie auch rege tun. Danach wartet ein Apéro riche, bei dem der Austausch untereinander lebhaft weitergeht.

Der Nachmittag zeigt eindrücklich: Einsamkeit betrifft viele – doch gemeinsam lässt sie sich leichter tragen.

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