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Bassersdorf

Centrumshüsli wird Goldschmied-Atelier

Mit zwei Gegenstimmen segneten die 38 Stimmberechtigten an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung den Verkauf des Centrumshüsli in Bassersdorf an die Braun Real Estate GmbH ab.

Nun ist es definitiv: Das historische Centrumshüsli im Zentrum Bassersdorfs geht in neue Hände über. Die Mitglieder der Reformierten Kirche Breite – der langjährigen Besitzerin des denkmalgeschützten Hauses – genehmigten an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung von Dienstag den Verkauf an die Braun Real Estate GmbH mit Sitz in Neftenbach. Kaufpreis: 570 000 Franken.

Wichtiges Detail

Wichtiges Detail in der ansonsten ohne grosse Diskussionen geführten Abstimmung war der Änderungsantrag der Kirchenpflege bezüglich einer weiteren Dienstbarkeit. Dieser Passus besagt, dass es dem neuen Eigentümer verboten ist, das Haus für Sexgewerbe zu nutzen.

«Mit dieser Dienstbarkeit sichert sich die Kirche rechtlich ab», erklärt Daniel Brunner, der ehemalige Liegenschaftsverwalter der Kirchgemeinde, der den Verkauf im Mandat übernommen hatte. Der Käufer war bei zwei seiner anderen Liegenschaften mit dem Sexgewerbe in Verbindung gebracht worden. Gegenüber der Kirche hatte er stets glaubhaft versichert, dass er damit nichts zu tun haben möchte und im Centrumshüsli mit Sicherheit eine andere Nutzung vorsehe, betont Brunner.

Strenge Auflagen

Tatsächlich ist geplant, dass im Centrumshüsli ein Goldschmiedeatelier eingerichtet wird. Angedacht ist ein einstöckiger Anbau auf der rechten Seite. Die Auflagen des Heimatschutzes sind streng und betreffen sowohl das innere wie das äussere Erscheinungsbild des Hauses. Diese Auflagen hatten viele Käufer im Voraus abgeschreckt; insbesondere auch, weil die Banken sich darum geweigert hatten, bei einer Finanzierung Hand zu bieten.

Die politische Gemeinde Bassersdorf hatte das Haus vor ein paar Jahren nicht einmal als Geschenk übernehmen wollen. Nachdem der darauf gegründete Verein mit seinem Kulturprojekt im März dieses Jahres an der Urne knapp gescheitert war, bot die Kirche das Haus auf dem freien Markt an. Von den 155 Interessierten hatten fünf schliesslich ein Kaufangebot eingereicht. Der Zuschlag ging an den Meistbietenden.

«Freude an alten Häusern»

Mit dem Besitzer der Braun Real Estate GmbH hat sich ein Käufer gefunden, der laut Eigenaussage «Freude an alten Häusern habe und diese gern auf Vordermann bringe». Tatsächlich gilt das Centrumshüsli als Liebhaberobjekt. Je nachdem, wie stark sich Denkmalpflege und Heimatschutz in den Umbau einmischen, ist das Centrumshüsli ein Minusgeschäft.

Drei Klauseln

Neben dem Verbot des Sexgewerbes sind im Verkaufsvertrag zwei weitere Dienstbarkeiten vorgesehen. Eine besagt, dass dem Centrumshüsli ein Parkplatz zur Verfügung stehen muss, und die andere gibt der Kirche das Recht, mit einem Anschlagkasten auf dem Areal und Plakaten auf ihre Angebote hinzuweisen.

Neuer Glanz

Für die Kirche ist das Kapitel Centrumshüsli nach einer langjährigen Vorgeschichte damit bald abgeschlossen. Voraussichtlich noch im Verlauf des Oktobers soll auf dem Grundbuchamt der Verkauf definitiv unterzeichnet werden, sagt Brunner. Für das Centrumshüsli hingegen öffnet sich in seiner knapp 200-jährigen Geschichte ein neues Kapitel: Das einstige Handwerkerhaus und spätere Bürogebäude der Reformierten Kirche dürfte nun bald als Goldschmiedeatelier in neuem Glanz erstrahlen.

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