Brütten

Das halbe Dorf angemalt

Mit einer «Usmalete» hat Jürg Wegmann seine Malerei auf den Punkt genau nach 40 Jahren Selbständigkeit beendet und geht in Pension.

Jürg Wegmann wird seine Malerwerkstatt für seine Hobbies brauchen. (sg)

Was im Saustall seines Vaters begonnen hat, endet nun nach 40 Jahren als selbständiger Maler: Jürg Wegmann wird pensioniert. Malen sei immer seins gewesen und gefalle ihm, «weil man sieht, was man gearbeitet hat». Er ist bewusst «klein» geblieben, er wollte nie zum grösseren KMU werden mit vielen Mitarbeitenden. Grossüberbauungen seien nicht sein Ding, er hat sich auf Einfamilienhäuser, Riegelbauten und alles, was in der Region so bemalt werden kann fokussiert: «Ich habe das halbe Dorf angemalt», erklärt er lachend.

Stetige Weiterbildung

Geändert hat sich bei der Zusammensetzung der Malutensilien vieles in den 40 Jahren seiner Arbeit. Zu Beginn begleitete ihn ein hartnäckiges Hüsteln, wahrscheinlich eine Folge der gesundheitsschädlichen Substanzen in den Farben und Lösungsmitteln. Mittlerweile ist das vorbei und Wegmann hat sich immer weitergebildet mit neuen Trends wie Kalkfarben, Stuckaturen oder anderen kreativen Techniken.

Als es auf die Pension zuging, fragte er seine frühere Mitarbeiterin an, ob sie das Geschäft übernehmen wolle. Nach dem negativen Entscheid waren die Würfel gefallen: «die Werkstatt an eine fremde Person weiterzugeben gefiel mir nicht». Da Wegmann gern Bier braut und auch sonst gerne werkelt, braucht er die Werkstatt nun «zum Eigenbrauch».

Noch viele Pläne

Langweilig wird es ihm sicher nicht: Soeben zurück von der Besteigung des 7546 Meter hohen Muztagh Ata in China, plant er bereits eine Velotour in Italien. Zwischendurch wird er zur Erholung sicher ab und an zum Pinsel greifen, aber nur noch vereinzelt: «Es bitzeli weitermachen geht nicht. Ich höre definitiv auf.»

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