Japankäfer: Greifen die Massnahmen?
Bewässerungsverbot, Kontrollen, Behandlung mit Nematoden und zahlreiche Fragen aus der Bevölkerung prägten die Bekämpfung des Japankäfers in diesem Sommer. Eine erste Bilanz der Gemeinde und des Kantons Zürich.
Im Laufe des Sommers gingen bei der Gemeinde mehrere Anfragen zum Bewässerungsverbot und zur Entsorgung von Grüngut ein. Vereinzelt wollten Einwohnerinnen und Einwohner wissen, wie Grüngut und Schnittgut transportiert werden dürfe und wohin grössere Mengen gebracht werden können.
Bauherren mussten sich mit den Vorschriften für Bodenverschiebungen auseinandersetzen. Das Hochbauamt Bassersdorf unterstützte bei den Anliegen und gab Auskunft, wohin Aushub von Baustellen gebracht werden konnte.
Die Massnahmen stiessen nicht überall auf Begeisterung. Es wurde auch bemängelt, dass die Gemeinde keine Flyer an sämtliche Haushalte verschickt hatte – zusätzlich zu Informationen auf der Website, im «dorfblitz», auf Plakaten und in Schaukästen.
Aufgrund der zahlreichen Reaktionen zum Bewässerungsverbot geht die Gemeinde allerdings davon aus, dass die Informationen zu den Auflagen weitgehend angekommen sind, sowohl im Befallsherd Bassersdorf als auch in der Pufferzone Baltenswil.
Trotz Verbot gewässert
Es gingen zudem Hinweise zu Personen ein, die trotz Verbot ihren Rasen bewässerten. Auch auffällig grüne Rasenflächen wurden gemeldet. Die Kommunalpolizei ging diesen Meldungen nach und sprach Verwarnungen aus. Systematische Kontrollen gab es nicht, Bussen wurden keine ausgesprochen.
Nematoden gegen Larven
Ein Grundeigentümer wollte wissen, ob auch Privatpersonen die Fadenwürmer in den Boden einarbeiten und die behandelte Fläche anschliessend bewässern dürfen. Dies hat der Strickhof jedoch untersagt.
Ende August wurden in der Badi im Bereich der Schwimmbecken sowie auf den BXA-Fussballplätzen Nematoden unter Anleitung durch den Strickhof ausgebracht.
Auch in anderen Gebieten wurden öffentliche Rasenplätze durch externe Unternehmen mit Fadenwürmern behandelt. Die Kosten der Nematoden Ausbringung trägt der Kanton, wobei der Bund diese zu 75 Prozent zurückerstattet.
Drei Käferfunde in Bassersdorf
Die Baudirektion des Kantons Zürich meldet für das bekannte Befallsgebiet knapp 5200 gefangene Japankäfer. Damit liegt die Zahl etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Der Schwerpunkt des Befalls befindet sich weiterhin in Kloten rund um die Fussballplätze im Stighag.
In Bassersdorf wurden drei Käfer gefunden, in Rümlang waren es zwei. In anderen Gemeinden gab es keine Funde. Das Befallsgebiet hat sich damit nur wenig ausgedehnt. Für den Kanton ist dies ein Hinweis darauf, dass die bisherigen Bekämpfungsmassnahmen Wirkung zeigen.
Wie erfolgreich die Massnahmen jedoch wirklich sind, werde sich erst im kommenden Jahr genauer beurteilen lassen, schreibt die Baudirektion. Der Kanton verweist dabei auf Erfahrungen aus Norditalien. Dort habe sich gezeigt, dass nach dem trockenen Sommer 2022 die Zahl der Japankäfer im Folgejahr deutlich zurückging.
Für Bassersdorf bedeutet dies: Der Japankäfer ist noch nicht verschwunden. Die bisherigen Zahlen geben jedoch Anlass zu vorsichtigem Optimismus, dass eine Eindämmung durch konsequentes Bekämpfen möglich ist.



