Region

Einzelinitiative fürs Eigental wurde angenommen

An der Gemeindeversammlung Mitte November in Nürensdorf fand die Einzelinitiative zum Eigental genügend Anhänger und wurde angenommen.

Die Sperrung der Eigentalstrasse ist vielen ein Dorn im Auge. (Archiv)

An der Gemeindeversammlung Mitte November in Nürensdorf gab es spürbar zwei Lager in dem mit 118 Stimmberechtigten gefüllten Ebnetsaal. Die einen, welche keinen Sinn mehr darin sahen, das Thema Eigentalstrasse nochmals aufzurollen. Zu gering sind die Chancen, gegen Bund und Kanton dagegen vorzugehen. Viel Arbeit und Kosten für eine aussichtslose Situation? Zu erdrückend scheint die übergeordnete Rechtslage und die Schutzauflagen für das im Bundesinventar eingetragene Eigental-Biotop.

Amtliche Stellen zu faul

Die Votanten an der GV, allen voran Max Morf, sehen es anders. Mit einer Einzelinitiative verlangt Initiant Max Morf, dass der Nürensdorfer Gemeinderat mit allen rechtlichen und demokratischen Mitteln den langfristigen Erhalt und die dauerhafte Nutzung der Eigentalstrasse sicherzustellen habe. Für die Befürworter der Initiative ist ein Nebeneinander vom Schutz des Biotopes und der Nutzung der Strasse durchaus möglich, da es schon seit Generationen so gewesen sei, wie Morf ausführte. «Ich weiss, wovon ich rede!», sagte er selbstbewusst. Er schoss daraufhin gegen alle amtlichen Stellen, die sich zu wenig bewegten, ihnen sei es egal, ob die Strasse gesperrt werde, und das nehme er nicht so hin. Der Gemeinderat Nürensdorf solle jetzt «den Befehl erhalten, sich direkt mit den anderen zusammenzusetzen und die Situation zu lösen», denn Nürensdorf stelle sich quer. «Die Eigentalstrasse hat durch die Nutzung in keiner Art und Weise Schaden genommen, nur durch Biker und Jogger vielleicht.» Er erwähnte auch einige Personen in den anderen betroffenen Gemeinden, die gegen diese Vereinbarung des Runden Tisches seien – welche notabene bereits seit fünf Jahren rechtskräftig ist und die vollständige Sperrung der Eigentalstrasse 2027 verlangt. Daher ist für Morf klar: «Die drei Gemeinden sollen sich jetzt zusammensetzen und das Ganze auflösen.»

«Die Eigentalstrasse hat durch die Nutzung in keiner Art und Weise Schaden genommen, nur durch Biker und Jogger vielleicht.»

Max Morf, Nürensdorf

131 Meter Strassenanteil

Von der doch sehr abenteuerlich anmutenden Rede liess sich Gemeindepräsident Christoph Bösel nicht provozieren. Er betonte, dass er sehr wohl an vorderster Front gekämpft habe und es etliche Gutachten gegeben habe sowie unzählige Gespräche mit allen Parteien. «Die Vereinbarung lag bei allen drei beteiligten Gemeinden öffentlich auf und generierte keine Einsprachen – sie ist somit rechtskräftig», erinnerte er nochmals. Desweitern legte er die Fakten dar: Kloten hat seinen Anteil der Strasse dem Kanton überschrieben, Oberembrach hat die Umfahrungsstrasse mit finanziellen Mitteln des Kantons erstellt, ein Veloweg ist bereits im kantonalen Richtplan eingetragen und Nürensdorf hat nur gerade 131 Meter Anteil. «Beide anderen Gemeinden haben abgeschlossen in dieser Causa», erwähnte Bösel.

«Die Vereinbarung lag bei allen drei beteiligten Gemeinden öffentlich auf und generierte keine Einsprachen - sie ist somit rechskräftig.»

Christoph Bösel, Gemeindepräsident Nürensdorf

Trotz allem kippte die Meinung im Saal Richtung Morf. Einige Stimmbürger verfolgten diese «sinnlose und fragwürdige Aktion» kopfschüttelnd. Am Ende wurde die Initiative mit 68 Ja-Stimmen angenommen. Der anschliessende Applaus und die Bravo-Rufe müssen sich wie eine Ohrfeige für die Gemeinderatsbank angefühlt haben. Jetzt hat der Gemeinderat 18 Monate Zeit, die Einzelinitiative umzusetzen respektive einen Umsetzungsvorschlag aufzulegen. Es werden sich viele Personen im Saal gefragt haben, wie sie diese Herkulesaufgabe wohl lösen wollen.

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