In Bassersdorf lebt die halbe Welt
Bassersdorf verzeichnet Einwohnerinnen und Einwohner aus 105 Nationen, was über der Hälfte der Nationen weltweit entspricht. Die tatsächliche Vielfalt dürfte aber noch höher sein.
heoretisch kann man in Bassersdorf auf Weltreise gehen, ohne die Gemeinde zu verlassen. Dies zeigt ein Blick in die Statistik der Gemeinde. Denn unter den rund 12 000 Einwohnerinnen und Einwohnern leben aktuell Menschen mit 105 verschiedenen Staatsangehörigkeiten. «Die aktuellen Einwohnerdaten zeigen, wie international die Gemeinde geworden ist», erklärt Jessica Lachnit, Leiterin Bereich Integration und Frühförderung. «In Bassersdorf begegnen sich täglich Menschen mit ganz unterschiedlichen Sprachen, Geschichten und Lebenswegen.»
Am meisten Deutsche
In Zahlen bedeutet das: Rund 28 Prozent – aktuell 3459 Personen – haben einen ausländischen Pass. Unter den ausländischen Staatsangehörigkeiten sind Deutschland und Italien die grössten Gruppen: 544 Personen haben die deutsche, 502 die italienische Staatsangehörigkeit. Gegenüber der Auswertung vor vier Jahren haben die Deutschen den Vorsprung ausgebaut. Danach folgen Kosovo, Portugal, Spanien, Türkei, Ukraine, Serbien, Rumänien, Nordmazedonien, Griechenland, Österreich und Polen.
Die tatsächliche Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund dürfte allerdings noch höher liegen. Denn in der Bassersdorfer Statistik erfasst wird der Pass einer Person, nicht ihre Herkunft. Alle Eingebürgerten werden demzufolge als Schweizer erfasst. Zudem weist die Statistik elf staatenlose und sechs Personen mit unbekannter Staatsangehörigkeit aus.
«Integration beginnt nicht erst, wenn Probleme entstehen. Sie beginnt dort, wo Familien früh erreicht werden und bei Angeboten für Kinder und Eltern.»
Für die Gemeinde bedeute diese Vielfalt eine «Gestaltungsaufgabe», so Lachnit: «Informationen müssen verständlich sein, und Schule und Vereine spielen eine wichtige Rolle bei der Integration.» Auch der Bereich Integration und Frühförderung sei von zentraler Bedeutung. «Integration beginnt nicht erst, wenn Probleme entstehen. Sie beginnt dort, wo Familien früh erreicht werden und bei Angeboten für Kinder und Eltern.»
Die Zahl von 105 Staatsangehörigkeiten macht deutlich: Aus dem einstigen Bauerndorf ist innert weniger Jahrzehnte eine internationale Gemeinde geworden. «Vielfalt ist eine gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe und zugleich eine wertvolle Ressource – besonders angesichts der gemäss den Szenarien zunehmend alternden Schweizer Bevölkerung. Zugewanderte Menschen stärken Arbeitsmarkt, Vereine, lokale Wirtschaft und Gemeindeleben», so Lachnit.




