Nürensdorfer schwelgen in Erinnerungen
Trotz der hohen Temperaturen fand ein regelrechter Ansturm aufs Ortsmuseum Nüeri statt, als dieses zu seinem Sonderanlass «Nürensdorf im Wandel der Zeit» einlud.
Obwohl es am ersten Augustsonntag nach den Feierlichkeiten des Nationalfeiertags am Vorabend eher ruhig ist in Nürensdorf, trifft sich ein grosser Teil der Bevölkerung an einer Stelle: dem Ortsmuseum Nüeri. Bereits bevor der eigentliche Anlass startet, sind die Festbänke unter den Zelten gefüllt und es werden fröhlich Spaghetti Bolognese oder Pesto verschlungen.
Präsidentin Yvonne Guggenbühler und ihr Team laden an diesem Sonntag zu einem Sonderanlass im Zeichen von Nürensdorf früher versus heute ein und veranschaulichen darin, wie sich das Dorf innerhalb der letzten knapp 100 Jahre verändert hat. «Das Publikum wird von einem 70-, einem 80- und einem 90-Jährigen in die Vergangenheit entführt», scherzt sie. Aufgrund des hohen Ansturms entscheidet sich das OK spontan dazu, die Diashow zweimal laufen zu lassen. Das erfordert Geduld – schliesslich dauert ein Durchgang etwas mehr als eine Stunde.
Hoher Wiedererkennungswert
Begonnen wird die Vorführung von Andy Morf, der anhand von Fotos Nürensdorf von damals bis heute zeigt. Das eher ältere Publikum macht begeistert mit und schwelgt in Erinnerungen. Einige werden sogar zum Schweigen ermahnt, um den anderen Anwesenden nicht die Antworten vorwegzunehmen.
So erkennen die langjährigen Einheimischen Orte, Häuser und gar Menschen wie den ehemaligen Gemeindeschreiber Hermann Morf. Fotos von einer unverbauten Halde mit dem Lattenbuck dahinter sorgen für Staunen. Generell zeigt die Fotoserie eindrücklich, wie sich das Dorf von einem 800-Seelen-Örtchen zur heutigen Gemeinde gewandelt hat. Wo früher noch Telefonzellen standen, stehen heute Geschäfte.
Nach einer kurzen Unterbrechung aufgrund der Überhitzung des Beamers – ein Zeichen für die Hitze –, folgen nach Morf noch Impressionen durch Willi Kobel, der den Grenzzaun etwas versetzt in seiner Präsentation und umliegende Weiler wie Birchwil, Oberwil oder Hakab zeigt. Abgerundet wird der Nachmittag von einer digitalen Exkursion in die Landwirtschaft und Getreideernte von früher, festgehalten in einem Video von Karl Döbeli, Mitglied des Dröschschopf-Vereins Oberwil.




