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Brütten

Leben zwischen drei Kulturen

Mit 17 Jahren kam Iria Lacarta aus Portugal in die Schweiz und sprach kaum Deutsch. Heute schreibt sie in dieser Sprache Bücher. Im Frühjahr 2027 erscheint mit «BigLifeLove» ihr nächstes Buch – ihre eigene Liebesgeschichte.

Iria Lacarta arbeitet in ihren Büchern ihre eigene Lebensgeschichte mit ein. (zvg)

Iria Lacarta folgte als Teenager ihrem Vater, der bereits seit Jahren in der Schweiz arbeitete. Sie wollte auswandern, freute sich auf das neue Leben. Sie sagt: «Der Schock kam erst nach der Ankunft. Ich verstand kaum ein Wort. Ich hatte keine Freunde und meine vertraute Umgebung war weg.» Nach der Einreise folgten unterschiedliche Jobs, Weiterbildungen, berufliche Umwege und einige Situationen, über die sie heute herzlich lachen kann. «Irgendwann merkte ich, dass genau darin die Geschichten lagen, die ich erzählen wollte», so die Autorin.

Zwischen den Kulturen

Dabei erzählt sie nicht von perfekten Heldinnen oder gibt Ratschläge. Sie schreibt über Erfahrungen von Menschen, die zwischen verschiedenen Kulturen, Sprachen, Rollen und persönlichen Träumen stehen. Migration, Liebe, Familie, weibliche Selbstbestimmung und beruflicher Aufstieg gehören ebenso zu ihren Themen wie die Herausforderung, die eigene Geschichte in einer zweiten Sprache sichtbar zu machen.

In ihrem zweiten Buch, das den Titel «BigLifeLove» trägt, erzählt sie ihre eigene Liebes- und auch Migrationsgeschichte. Dabei begegnen sich eine junge Frau aus Portugal und ein junger Mann von den Philippinen in einer Fabrik im Kanton Zürich. Sie ist 18 Jahre alt, steht am Beginn ihres Berufslebens, wirkt selbstsicherer, als sie sich fühlt und ist überzeugt, dass die Ehe in ihrem Leben keinen Platz haben wird. Bei der Arbeit entsteht zunächst kaum mehr als eine vorsichtige Annäherung. Bis Lacarta eines Tages sieht, wie ihr späterer Mann ein kleines Herz auf eine beschlagene Scheibe zeichnet und es sofort wieder wegwischt, als er merkt, dass sie es gesehen hat.

«Als ich anfing zu schreiben, merkte ich, dass die Geschichte viel grösser war als eine klassische Liebesgeschichte», erzählt Iria Lacarta. Und sie fügt an: «Falls ich mit meinen Büchern Menschen unterhalten und gleichzeitig vielleicht auch ein bisschen inspirieren kann, freut mich das natürlich umso mehr.»

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