Schluss mit Elterntaxis vor den Schulhäusern
Drei Mal am Tag herrscht vor vielen Schulhäusern reger Betrieb. Eltern bringen oder holen ihre Kinder mit dem Auto, halten kurz an, lassen sie aus- oder einsteigen und fahren weiter. Was gut gemeint ist, kann für andere Schulkinder gefährlich werden. In Bassersdorf will der Gemeinderat diesem sogenannten Elterntaxi-Verkehr nun mit konkreten Massnahmen begegnen.
Ab dem 8. März 2027 werden vor den Schulhäusern Steinlig, Mösli, Geeren und Chrüzacher Halteverbotszonen eingeführt. Betroffen sind Abschnitte der Steinligstrasse, Möslistrasse, Opfikonerstrasse und des Bodenacherrings.
Halteverbot zu Schulzeiten
Die neuen Regeln gelten von Montag bis Freitag jeweils zwischen 7 und 8.30 Uhr, 11.30 und 13.30 Uhr sowie 15 und 17 Uhr. Während dieser Zeiten ist das freiwillige Anhalten innerhalb der signalisierten Zonen untersagt – auch wenn Eltern ihre Kinder nur kurz aussteigen lassen wollen.
Ausnahmen gelten für markierte Parkfelder, Anwohner und den gewerblichen Güterumschlag. Während der Schulferien und an gesetzlichen Feiertagen im Kanton Zürich gelten die zeitlich beschränkten Halteverbote nicht.
Wer die Signalisation missachtet, muss mit einer Busse rechnen. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, stehen dabei 80 Franken im Raum.
Mehr Sicherheit und Selbstständigkeit
Der Gemeinderat hatte sich bereits am 5. Mai 2026 mit der zunehmenden Elterntaxi-Problematik beschäftigt. Die zusätzlichen Autofahrten, so war der Gemeinderat der Ansicht, führten zu unübersichtlichen und teilweise gefährlichen Situationen rund um die Schulhäuser. Er beschloss gegen diese Problematik vorzugehen und beauftragte die Abteilung Dienste +Sicherheit, Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit vor den Schulhäusern zu erarbeiten. Dies führte nun zu den Halteverbotszonen als wirksamste Massnahme.
Dabei gehe es dem Gemeinderat nicht nur um die Verkehrssicherheit. Kinder, die ihren Schulweg selbstständig zurücklegen, lernten auch, sich im Strassenverkehr zu orientieren, Verantwortung zu übernehmen und soziale Kontakte zu pflegen, heisst es auf der Gemeindewebseite.
Ganz neu ist die Diskussion in Bassersdorf nicht. Bereits 2021 bedankte sich der damalige Schulpräsident Hans Stutz in den Schulnachrichten bei den Eltern für den Rückgang der Elterntaxis. Damals hoffte man noch, auf Halteverbote verzichten zu können. Fünf Jahre später sieht sich die Gemeinde nun zum Handeln veranlasst.
Von Phänomen Elterntaxi ist jedoch nicht nur Bassersdorf betroffen. In anderen nahen Gemeinden wie Embrach, Opfikon oder Winterthur wurde dieses Halteverbot bereits eingeführt. Schwer tut man sich dagegen in Wallisellen. Dort sind noch Rekurse aus der Nachbarschaft gegen die Verfügung hängig, wie der «Tages Anzeiger» weiss.
Rekurs auch in Basserdorf möglich
Die Verkehrsanordnung wurde am 8. Oktober 2026 veröffentlicht. Gegen die Verfügung kann innerhalb von 30 Tagen beim Statthalteramt des Bezirks Bülach Rekurs eingereicht werden.



