Brütten

Brüttener mittendrin auf europäischer Fasnachtsbühne

Andreas Kappeler freut sich als Präsident des Fasnachtskomitees Winterthur auf eine einmalige Fasnacht: Winterthur ist dieses Jahr «Närrische Europäische Kulturstadt».

Andreas Kappeler und das Maskottchen der Winterthurer Fasnacht freuen sich bereits sehr auf die diesjährige Fasnacht. (zvg)

Traditionelle Fasnachtshochburgen sind in der Schweiz Basel oder Luzern – und dieses Jahr rückt auch Winterthur ins ganz grosse Scheinwerferlicht. Die Närrische Europäische Gemeinschaft hat die Eulachstadt zur «Närrischen Europäischen Kulturstadt 2026» gekürt. An vorderster Front dabei ist Andreas Kappeler aus Brütten, der Präsident des Fasnachtskomitees Winterthur.

In der Champions League

Als er die frohe Nachricht erfuhr, verschlug es dem ansonsten gesprächigen 52-Jährigen für eine halbe Stunde lang die Sprache – aus lauter Freude. «Das ist für uns, wie wenn der FC Bassersdorf in der Champions League mitspielen dürfte», sagt Kappeler. Das Komitee mit Sitz in Köln hatte Winterthur ausgesucht, weil den Mitgliedern «der Charme, die Familienfreundlichkeit und die über 500-jährige gelebte Tradition» des Anlasses gefiel.

Seit Sommer ausgebucht

Für das Fakowi sei diese Auszeichnung «der beste Lohn für unsere Arbeit». Vor fünf Jahren wurde Kappeler spontan Nachfolger des damals überraschend verstorbenen Präsidenten. «In dieser Zeit hat mein Team es geschafft, die Winterthurer Fasnacht auf ein Niveau zu heben, dass wir sogar international wahrgenommen werden», freut er sich. Aus halb Europa kämen Anfragen von Gruppen, die am Umzug mitlaufen wollen. «Wir sind aber bereits seit dem letzten Sommer ausgebucht», so der Brüttener. Das Ziel sei, den Umzug dereinst verlängern zu können, damit mehr mitmachen können: «Da suchen wir zusammen mit der Stadt nach Lösungen.»

«Das ist für uns, wie wenn der FC Bassersdorf in der Champions League mitspielen dürfte.»

Andreas Kappeler, Präsident des Fasnachtskomitees Winterthur

Internationaler Besuch

Unter die Besucher – im vergangenen Jahr haben 45 000 Zuschauer den Umzug am Sonntag verfolgt – mischen sich dieses Jahr auch die Vorstandsmitglieder der diversen Mitglieder der Närrischen Europäischen Gemeinschaft, unter anderem kommen sie aus Slowenien, Holland oder Frankreich. Trotz der internationalen Besuche gibt es kein spezielles Programm. Das Fakowi bereitet man sich auf die diesjährige Fasnacht vor wie auf die bisherigen. «Unsere ausländischen Gäste möchten bei uns eine unverfälschte Fasnacht erleben», erklärt Kappeler.

Hoher Puls

Der einzige Unterschied liege auf der emotionalen Ebene: «Für uns ist diese Auszeichnung emotional eine riesige Sache. Bei vielen Mitgliedern ist der Puls darum jetzt schon höher als bei bisherigen Fasnachten», sagt der Fakowi-Präsident.

Grösste Fasnacht im Kanton

Die Winterthurer Fasnacht wird am 19. Februar offiziell mit dem Hammenschmaus eingeläutet. Weitere Programmpunkte sind der Guggenumzug am 21., der grosse Umzug am 22., und der Kinderumzug am 23. Februar. Mit dem Böögg-Verbrennen am Montag-Abend endet die Fasnacht. Winterthur gilt als grösste Fasnacht im Kanton Zürich, gefolgt von der Bassersdorfer auf Platz zwei.

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