Bassersdorf

Centrumshüsli: Projektgruppe soll konkrete Bedürfnisse abklären

Wie weiter mit dem Bassersdorfer Centrumshüsli? Diese Frage stellte sich gestern Dienstagabend bei einem Austausch von Interessierten im reformierten Kirchgemeindehaus Bassersdorf. Fazit: Eine kleine Projektgruppe um Altgemeinderat Christoph Füllemann soll nun in den kommenden drei Monaten konkret abklären, wie das unter Schutz stehende Gebäude weiter genutzt werden könnte.

Engagierte Gruppendiskussion am Infoabend. (rh)
Viele Ideen und Vorschläge wurden zusammengetragen. (rh)
Das Centrumshüsli an der Gerlisbergstrasse 2 bewegt die Gemüter. (rh)
Noch gibt es viele Ideen, wie das unter Schutz stehende Gebäude der reformierten Kirche genutzt werden soll. Doch noch gibt es keine konkreten Vorschläge. (rh)

Das Centrumshüsli in Bassersdorf, welche der reformierten Kirchgemeinde Breite gehört und nun verkauft werden soll, hat die Gemüter in Bassersdorf in den vergangenen Wochen bewegt (der dorfblitz berichtete). Gestern Dienstagabend haben sich nun auf Einladung der Initiantin Maja Brunner rund 80 Personen im reformierten Kirchgemeindehaus getroffen, um über den Erhalt und eine mögliche zukünftige Nutzung des derzeit leerstehenden Häuschens an der Gerlisbergstrasse 2 zu diskutieren. «Ich bin überwältigt, wie viele Leute sich für das Centrumshüsli interessieren», sagte Maja Brunner zu Beginn der Veranstaltung. «Ich hätte nie gedacht, dass so viele Leute heute Abend hieher kommen würden.» In der Tat waren neben vielen privaten Interessenten auch zahlreiche Vertreter des Gemeinderates, des Gewerbevereins, von politischen Parteien und der reformierten Kirche im Saal anwesend. Ziel war es, laut der Einladung, Informationen zu teilen, Ideen zu entwickeln und im Austausch deren Machbarkeit zu prüfen.

Abgabe im Baurecht eine Option?

Als Moderator durch den Abend führte Urs Tobler, der durch seine Mutter, welche jahrelang im «Lädeli» arbeitete, einen emotionalen Bezug zu dieser Liegenschaft hat, wie er selbst sagte. Mit einem so genannten World Café gab er dem Abend einen strukturierten Ablauf. Aufgeteilt in drei Gruppen versuchten die Anwesenden zu den Themen Eigentum und Trägerschaft, bauliche Massnahmen sowie Betrieb und Unterhalt Ideen zusammenzutragen, welche dann im Plenum präsentiert wurden. Dabei wurde bald klar, dass es nicht einfach ist, diese drei Themen auseinanderzuhalten, da diese eng miteinander verknüpft sind. Zum Thema Trägerschaft übergab Eduard Hofmann sogar schon ein fertig ausgearbeitetes Papier für eine Vereinsstruktur. Auch von Abgabe im Baurecht, statt Verkauf war die Rede, wofür sich auch die Besitzerin der Liegenschaft die reformierte Kirchgemeinde grundsätzlich offen zeigte.

«Ebene zu tief diskutiert»

Doch was bei der Diskussion an diesem Abend zu wenig konkret zum Ausdruck kam, war die Frage, welches die eigentlichen die Bedürfnisse der Bevölkerung an dieses Gebäude sind. Was genau dort entstehen soll und wie das Gebäude zukünftig genutzt werden soll. Ob Museum, Kulturtreff, Büroräume, Konzertraum oder öffentlicher Treff, der Ideen waren viele, doch nichts kristallisierte sich konkret heraus.

«Wir diskutieren heute eine Ebene zu tief», brachte es Altgemeinderat und früherer Finanzvorstand und Liegenschaftsverwalter Christoph Füllemann auf den Punkt. «Zuerst müssen wir die Bedürfnisse kennen, erst dann können wir alle anderen Fragen dazu ableiten» meinte Füllemann. Er war es denn auch, der das Zepter in die Hand nahm und sich bereit erklärte, zusammen mit einer kleinen Gruppe von Anwesenden, genau diese Fragen zu klären. «Dafür stelle ich jedoch zwei Bedingungen», sagte Füllemann. «Erstens dürfen die Mitglieder der Projektgruppe nicht älter sein als ich». Damit spielte er auf die junge Generation an, welche die Liegenschaft ebenfalls nutzen könnte. «Und zweitens», so der Altgemeinderat «Muss die Projektarbeit auch zeitlich begrenzt sein. Wenn wir nach drei Monaten sehen, dass wir zu keinem Ziel kommen, müssen wir auch den Mut haben, das Projekt aufzugeben». Sein Vorschlag fand entsprechend Gehör im Saal und es fanden sich in der Tat sieben (auch jüngere) Freiwillige, welche zusammen mit Christoph Füllemann einen weiteren Schritt vorwärts machen wollen.

Mit dem Vorgehen zeigte sich auch die reformierte Kirchgemeinde einverstanden und war bereit, mit der Verkaufsausschreibung, welche eigentlich schon im Februar hätte erfolgen sollen, noch zuzuwarten. Auf die Erkenntnisse der Projektgruppe darf man gespannt sein.

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