Centrumshüsli: Ein Projekt mit viel Herzblut geht zu Ende
Drei Jahre lang haben engagierte Menschen in Bassersdorf daran gearbeitet, dem historischen Centrumshüsli neues Leben einzuhauchen. Nun steht fest: Das Projekt wird nicht weiterverfolgt.
Nachdem die Stimmberechtigten am vergangenen Wochenende die Vorlage für ein Darlehen an der Urne knapp abgelehnt haben, hat der Trägerverein entschieden, seine Arbeit einzustellen und sich aufzulösen.
Vorhaben für Kulturzentrum gescheitert
Diese News wurde den Interessenten des Projektes heute Donnerstag per Newsletter mitgeteilt. Die Verantwortlichen hatten sich am Mittwoch zu einer Krisensitzung getroffen. Für die Initiantinnen und Initianten sei dieser Entscheid schmerzhaft, schreiben sie. „Mit viel Engagement, Ideenreichtum und zahlreichen Stunden freiwilliger Arbeit haben wir in den vergangenen drei Jahren ein Konzept entwickelt, um das geschichtsträchtige Gebäude zu sanieren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unser Ziel war ein lebendiger Ort für Kultur, Begegnung und gemeinschaftliches Leben im Dorf.“
Noch immer fehlten 700’000 Franken
Die Unterstützung aus der Bevölkerung sei spürbar gewesen. Neben vielen aufmunternden Rückmeldungen kamen auch konkrete finanzielle Zusagen von rund 700’000 Franken zusammen, die in Aussicht gestellt wurden. Diese Beiträge waren ein wichtiger Baustein für die geplante Sanierung. Weil jedoch das ergänzende Darlehen der Gemeinde an der Urne abgelehnt wurde, fehlt nun ein zentraler Teil der Finanzierung. Für die Umsetzung des Projektes hätte es aber 1.5 Millionen Franken gebraucht. Unter diesen Voraussetzungen sieht der Verein keine Möglichkeit mehr, das Projekt weiterzuführen.
Die Verantwortlichen akzeptieren den demokratischen Entscheid, verhehlen aber nicht ihre Enttäuschung – auch darüber, dass der Gemeinderat die Vorlage nicht unterstützt hatte, schreibt der Trägerverein weiter. Gleichzeitig danken sie allen Menschen, die das Vorhaben ideell oder finanziell begleitet haben.
Was passiert mit den bisherigen Spenden?
Finanziell bestand ein grosser Teil der zugesagten Mittel aus schriftlichen Zahlungsversprechen. Diese werden nun hinfällig, die Unterstützerinnen und Unterstützer wurden bereits informiert. Über die Verwendung der eingegangenen Spenden sowie über entstandene Projektkosten – etwa für Gutachten oder Visualisierungen – will der Verein zu einem späteren Zeitpunkt transparent informieren.
Was macht nun die Kirche?
Eigentümerin des Gebäudes bleibt die reformierte Kirchgemeinde Breite. Sie wird entscheiden müssen, wie es mit dem Centrumshüsli weitergeht. Für den Verein bleibe die Hoffnung, dass das Haus als Kulturzeuge langfristig erhalten werden kann. Ohne ein entsprechendes Projekt bestehe jedoch die Gefahr, dass das Gebäude langsam zerfalle, befürchtet das Centrumshüsli-Team.
Sollten sich in Zukunft neue Initiativen oder Ideen ergeben, zeigen sich die bisherigen Projektverantwortlichen offen: Sie wären bereit, ihr Wissen und die erarbeiteten Unterlagen weiterzugeben. Denn der Wunsch nach einem Ort für Begegnung und Gemeinschaft im Dorf ist geblieben – auch wenn das Kapitel Centrumshüsli vorerst zu Ende geht.

