Chilbi-Organisator Jonny Weiss hört auf
Mit der diesjährigen Chilbi vom 6. bis 8. September geht eine Ära zu Ende: Der Organisationschef Jonny Weiss bestreitet die letzte Chilbi als OK-Präsident.
Auch wenn man Jonny Weiss die Emotionen nicht vom Gesicht ablesen kann, spürt man aus seinen Erzählungen, dass er grosse Fussstapfen für ein Nürensdorfer Traditionsfest hinterlässt. Weiss ist ein Ur-Nürensdorfer, wie er sich nennt und daher auch mit der Chilbi sehr verbunden. Bereits als 17-Jähriger hat er mitgeholfen, vom Schützenverein die erste Chilbi zu organisieren und hat sich so einen Batzen verdient, um sich sein Schiesshobby finanzieren zu können.
Treffpunkt für Alteingesessene
Anschliessend ist er reingerutscht in das OK-Team bis zum Präsidentenamt, welchem er seit 29 Jahren vorsteht und gemeinsam mit den vielen Vereinen die Chilbi organisiert. Was ihm so gefällt an der Chilbi? Da gebe es vieles. «Es ist eine Tradition, an der das Dorf zusammenkommt», erklärt Weiss. So treffe man viele Alteingesessene und habe Zeit, sich zu unterhalten. Selbst Auswärtige, welche früher in Nürensdorf wohnten, nehmen die Chilbi zum Anlass, um Nürensdorf einen Besuch abzustatten und altbekannte Gesichter zu treffen. «Darum hange ich auch besonders am Montag als Chilbitag – dort geht es ruhiger zu und her.»
Engagement der Vereine
Das Engagement der Vereine an der Chilbi ist gross: es fehlt kein Verein, der sich nicht engagiert und eine Attraktion beisteuert. Sei es ein Verpflegungsstand- oder -zelt oder ganz einfach eine Aktivität für Jung und Alt. Dabei hat es einige Hits mit dabei, die an keiner Chilbi fehlen: Harassen stapeln oder Spielparcours. So ist die Chilbi eine Mischung aus Treffpunkt, Ausflugsziel und Vorstellung der NürensdorferVereine. «Genau das macht die Chilbi Nürensdorf aus – dass fast alles nur von den Vereinen herkommt», sagt Weiss. Er habe öfter auch Anfragen von auswärts, aber «das wollen wir nicht».
Für die Organisationsabstimmung wird im Mai eine Sitzung ein beräumt, an der man die Eckpfeiler der Chilbi bespricht. «Wir möchten nicht nur dieselben Verpflegungsstände, sondern einen guten Mix und für jeden Gusto etwas», erklärt Weiss und fügt lachend an: «Verhungern muss niemand!» Eine Teilnahme an diesem Termin ist Weiss ein wichtiges Anliegen. «Dort wird alles besprochen und Fragen miteinander geklärt. Sich einen Termin zu reservieren, ist sicher nicht zu viel verlangt und ich habe kein Verständnis für ein Fehlen.»
Nachfolger eingeführt
Ansonsten kennt Jonny Weiss die Organisation im Schlaf, lobt aber auch die Gemeinde, welche ihn unterstützt: «Die Marktstände und die Absperrungen werden von den Mitarbeitern der Abteilung Werke gestellt, damit haben wir nichts zu tun. Ausserdem erledigt Sandra Winiger alles Schriftliche.»
Aus dieser Ecke kommt nun auch der Nachfolger von Jonny Weiss: Simon Cadonau ist Bereichsleiter Werke und hat mit Jonny Weiss dieses Jahr die Chilbi im OK-Team begleitet. Nächstes Jahr wird er Jonny Weiss nach 29 Jahren ersetzen. «Jetzt langet’s!», sagt der mittlerweile 74-jährige Weiss und freut sich, dass frisches Blut in die Chilbi-Organisation fliesst. «Ich hoffe, dass er neue Ideen einbringt.» Was Weiss allerdings nicht hofft, ist der Wegfall des Montags. «Es wäre auch für die Neuzuzüger schade. Für sie ist das eine ideale Möglichkeit, das Dorf kennenzulernen.» Aber – loslassen könne er, das müsse dann der Neue bestimmen.



