Nürensdorf

Eigentalkredit muss an die Urne

Die Nürensdorfer Stimmberechtigten genehmigten an der Gemeindeversammlung von Mitte Juni einen Rahmenkredit von 750’000 Franken für Massnahmen zur Eigentalstrasse. Das Geschäft muss jedoch wegen eines entsprechenden Antrages noch an die Urne.

Viele Stimmbürger waren an der Gemeindeversammlung mit dem Traktaktandum des Eigentalkredits zugegen. (rh)

Es war ein Grossauflauf gestern Abend in der Mehrzweckhalle Ebnet in Nürensdorf. 185 Stimmberechtigte (so viele wie lange nicht mehr) erschienen, um über die vier traktandierten Geschäfte zu befinden. Neben der Genehmigung der Jahresrechnung 2022, der Genehmigung der Übernahme des Weilers Obholz von der Stadt Kloten und den Neuerlass einer Verordnung über den kommunalen Mehrwertausgleichsfons, interessierte die Anwesenden vor allem ein Geschäft. Es ging um die Genehmigung eines Rahmenkredites von 750’000 Franken für die Umsetzung der Einzelinitiative von Max Morf, Birchwil, betreffend der Eigentalstrasse.

Konkret geht es darum, mit dem Geld mit allen demokratischen und rechtlichen Mitteln zu erwirken, dass die Eigentalstrasse auch nach 2027 befahrbar bleibt – entgegen dem Entscheid eines runden Tisches im Jahr 2017, der eine definitive Schliessung beschlossen hatte. Pikant an der Geschichte ist, dass der Gemeinderat selbst wie auch die RPK das Geschäft zur Ablehnung empfahlen, da sie dem Ansinnen des Initianten nur geringe Chancen einräumen und ihrer Ansicht nach die Mittel dafür nicht haushälterisch eingesetzt würden, wie Gemeindepräsident Christoph Bösel am Abend noch einmal betonte.

«Die Mittel werden nicht haushälterisch eingesetzt.»

Christoph Bösel, Gemeindepräsident Nürensdorf

Mehrheit für Annahme des Kredites

Die Stimmung im Saal war jedoch mehrheitlich für die Zustimmung dieses Kredites, auch wenn er manchen als viel zu hoch erschien, vor dem Hintergrund eines ungewissen Ausganges und vor befürchteten unbestimmten rechtlichen Folgekosten. Verschiedene Votanten, so auch der Initiant Max Morf selbst, betonten dass es jetzt darum gehe, diese Einzelinitiative umzusetzen, welche die Stimmberechtigten im vergangenen November verabschiedet hatten.

Letztes Wort noch nicht gesprochen

Ein Ordnungsantrag unterbrach dann die angeregte Diskussion, mit der Forderung, jetzt direkt über das Geschäft abzustimmen. Dieser wurde von der Versammlung angenommen und man schritt direkt zur Abstimmung. In der Folge gaben 109 Anwesende dem Geschäft ihre Zustimmung, 70 waren dagegen. Doch die Befürworter des Geschäfts hatten sich zu früh gefreut: Die Nürensdorferin Carole Neukomm stellte draufhin den Antrag, das Geschäft an der Urne abstimmen zu lassen, was mit einer Drittelsmehrheit im Saal möglich ist. Und tatsächlich wurde diese Mehrheit erreicht: 64 Stimmen von 62, die nötig gewesen wären, wurden erreicht. Das letzte Wort in dieser Sache ist somit noch nicht gesprochen.

Oberembrach sagt ebenfalls Ja zu Kredit

Anders sieht die Situation in Oberembrach aus, welche just am selber Abend ebenfalls über einen Kredit in gleicher Höhe über die Offenhaltung der Eigentalstrasse abstimmten. Sie sprachen sich mit 49 zu 41 Stimmen für den Kredit in Höhe von 750’000 Franken für Massnahmen aus.

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