Bassersdorf

Fülle an Informationen

Die Arbeitsgruppe «Gemeinsam bis ins Hohe Alter» (GeHA) lud zu einem Infotag Demenz ins Franziskuszentrum ein. Verschiedenste Fachorganisationen standen für Gespräche zur Verfügung.

Viel Information, ob mündlich oder schriftlich, wartete auf die Besucher des Infotages. (um)
Viel Information, ob mündlich oder schriftlich, wartete auf die Besucher des Infotages. (um)
Viel Information, ob mündlich oder schriftlich, wartete auf die Besucher des Infotages. (um)
Roger Oesch, Seelsorger der Pfarrei St. Franziskus. (zvg)

Die Bestuhlung im Franziskus Zentrum liess erahnen, dass ein grösserer Andrang zu diesem Infotag anfangs Juni erwartet worden war. Knapp 50 Personen nutzten die Möglichkeit, diverse Fachvorträge zu hören und sich auszutauschen.

Nach dem Grusswort von Gemeinderätin Selina Stampfli führte Roger Oesch, Seelsorger der Pfarrei St. Franziskus, in die Veranstaltung ein. Demenz sei ein allgegenwärtiges Thema. Vor diesem Hintergrund sei es ein Anliegen der Arbeitsgruppe, neben Betroffenen und Angehörigen auch die breite Bevölkerung zu sensibilisieren. «Der Infotag soll möglichst breit informieren sowie Raum und Zeit schaffen, um Fragen zu stellen.» Genau dies war auch ein Knackpunkt der Veranstaltung. Die Besuchenden nutzten wohl die Chance, mit den Fachpersonen im persönlichen Gespräch Antworten zu finden, mussten aber auch die eigene Hemmschwelle überwinden.

Es standen sechs Themengruppen zur Auswahl, Besucher konnten daraus zwei Themen auswählen. Der erste Themenblock war allgemein gehalten, der zweite behandelte spezifische Themen. Ein Teilnehmer meinte: «Das ist ein sehr vielfältiges Programm, alle Themen sind interessant für mich.»

Fragen an Roger Oesch, Seelsorger der Pfarrei St. Franziskus

Roger Oesch, waren die Themengruppen treffend gewählt?

Es kamen Betroffene mit sehr spezifischen Anliegen, andere wiederum suchten allgemeine Informationen und waren vom Angebot vielleicht etwas überfordert. Bewusst haben wir den ersten Themenbereich allgemein gehalten. Der zweite Block war auf spezifische Themen ausgerichtet. Aber niemand musste beide Blöcke besuchen und konnte frei wählen.

Warum wurden Themengruppen angeboten?

Wir haben uns das im Vorfeld gut überlegt. Ich habe den zweiten Anlass des Themenjahres Anfang Februar mit Irene Bopp in Erinnerung, wo über 100 Leute anwesend waren. Diese Veranstaltung war als allgemeiner thematischer Einstieg in das Thema Demenz gedacht. Leider konnte zeitbedingt nicht auf alle Fragen eingegangen werden. Ein breitgefächerter Infotag sollte nun dazu dienen, diese und auch spezifischere Fragen der Besuchenden beantworten zu können. Die kleineren Personenkreise ermöglichten es zudem den Zuhörenden, ihre Hemmschwelle zu überwinden. (um)

Fachpersonen vor Ort

Der Infotag war reich beladen und die Themenvielfalt entsprechend gross. In Gruppen wurden inhaltlich auch verschiedene Fachstellen aktiv, wie beispielsweise die «Memory Clinic ipw» oder der Verein «Alzheimer Zürich». Sie alle gaben vertiefte Einblicke in den Alltag und in Abläufe zur Diagnostik und Behandlung von Demenz. Vor allem beschäftigte die Zuhörenden auch die Frage, wie Demenz überhaupt festgestellt wird, woran man sie erkennt und wie man damit den Alltag gestalten kann.

Einige Anregungen erhielten die Besucher aber auch zum Leben mit Demenz – ob man nun selbst betroffen ist oder jemanden betreut. Zum Alltag und zur Betreuung waren die lokalen Fachstellen wie die Spitex oder das KZU vor Ort, die zur Pflegesituation in Bassersdorf und Nürensdorf Antworten gaben. Auch die Gemeinde mit der Pflegekoordination und die Fachstelle für Altersfragen nahmen sich Themen an und bildeten so die erste Brücke zu den Besuchern.

Dichte Informationen

Das Fazit fällt positiv aus. Eine Besucherin sagte: «Ich habe aus beiden Vorträgen eine Fülle an Anregungen und Informationen mitgenommen. Das muss ich nun alles zuerst verarbeiten und verdauen.» Die Fachpersonen sagten dazu: «Das Thema Demenz ist immer noch mit Scham behaftet, konnte hier jedoch offen angesprochen werden. So entstanden sehr gute Gespräche.» Roger Oesch und Altersbeauftragte Esther Diethelm fassten am Schluss zusammen: «Es ist schön, wenn der Infotag dazu beiträgt, dass Besuchende heimgehen im Wissen, dass sie nicht allein sind.»

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