Parkierungsregeln überzeugen nicht restlos
Tiziano Rosa hat Ende Januar eine Initiative beim Gemeinderat eingereicht, welche fordert, dass man im Gemeindegebiet messbare Parksysteme einführt und rigoros gegen das Wildparkieren vorgeht.
Nach den heftigen Diskussionen an der Gemeindeversammlung Mitte November 2025 über das Parkregime und ungehemmte Wildparkierer sowie der mittlerweile in Kraft gesetzten revidierten Polizeiverordnung liegt nun bei der Gemeinderatskanzlei eine Initiative auf. Initiant Tiziano Rosa fordert darin, dass man in der Gemeinde Nürensdorf – analog der Nachbargemeinde Lindau – nicht mehr gratis parkieren kann. Besuchende sollen ihre Parkmöglichkeiten digital über die Parkingpay-App, mit E-Parkkarten oder am Schalter der Einwohnerkontrolle bezahlen können. «Denn diese Systeme werden an vielen Orten genutzt und sind etabliert», sagt Rosa. Auch Gratisparkzeiten können damit angezeigt werden und machen sichtbar, ab wann bezahlt werden muss.
Lindau als Vorbild
Der Initiant will den Artikel 30 der Polizeiverordnung ersatzlos streichen und dafür ein separates Parkregelment erarbeiten lassen. Artikel 30 sieht heute vor, dass Fahrzeuge, Anhänger und dergleichen nicht länger als 72 Stunden ununterbrochen auf öffentlichem Grund stehengelassen werden dürfen. Signalisierte Parkzeitbeschränkungen blieben vorbehalten. Dies geht dem Initianten zu wenig weit. «Die 72-Stunden-Regel der heutigen Polizeiverordnung ist nicht messbar, auch wenn mittlerweile mehr Bussen verteilt werden», erklärt er. «Dies führt dazu, dass Fahrzeuge ausserhalb der Parkfelder parkiert werden, dass die Parkkapazität für Anlässe eingeschränkt wird, dass gemietete Parkplätze gekündigt und gratis auf öffentlichem Grund parkiert wird und dass private Parkplätze ohne Konsequenzen fremdbelegt werden können.»
Bereits an der Gemeindeversammlung setzte er sich für eine Lösung ein, wie sie die Nachbargemeinde Lindau bereits hat. Dort beschied ihm Sicherheitsvorsteher André Meier, dass dies in ein Parkreglement gehöre und nicht in eine Polizeiverordnung, die als Basis gelte. Rosa sieht dies als reines Lippenbekenntnis – ein zusätzliches Parkreglement zu erarbeiten wurde offengelassen. «Die Wildparkierer haben wenig Scham, wo sie ihr Auto parken. Auf dem Ebnetparkplatz stehen Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen am Wochenende, obwohl keine Veranstaltung in der Halle stattfindet.» Die Respektlosigkeit vor dem Gesetz habe zugenommen – Konsequenzen würden tragbarer oder vernachlässigbar klein und damit sei das Feld für absichtliches Falschparken weit offen.
Die Initiative wurde für gültig erklärt und wird voraussichtlich an einer nächsten Gemeindeversammlung behandelt.

