Initiative Feuerwerksverbot wird an der Urne entschieden
Annahme der Jahresrechnung 2025 und des Geschäftsberichtes 2025 sowie ein Ja zur Einzelinitiative für ein ganzjähriges Feuerwerksverbot: So entschieden die Stimmberechtigten an der gestrigen Sommergemeindeversammlung auf dem Dorfplatz. Das Feuerwerksverbot muss jedoch noch an die Urne.
Einmal mehr herrschten hochsommerliche Temperaturen an der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend. Bereits zum siebten Mal wurde diese Open-Air-Veranstaltung auf dem Dorfplatz durchgeführt. Luftfächer und kleine Handventilatoren waren denn auch die angesagten Accessoires bei den 239 Stimmberechtigten, die sich dieses Jahr unter grossen Sonnenschirmen versammelten, um über die traktandierten Geschäfte zu befinden. Dominierendes Geschäft war jedoch nicht die Abnahme der Jahresrechnung 2025 oder die Genehmigung des Geschäftsberichtes, sondern eine Einzelinitiative der Stimmbürgerin Tanja Bernhard, die mit ihrem Vorstoss ein ganzjähriges «Verbot von lärmendem Feuerwerk» forderte. Dies erklärte auch den Grossaufmarsch zu dieser Versammlung.
Mensch und Tier im Dauerstress
Entsprechend zahlreich waren denn auch die Voten in der rund 50-minütigen Debatte zu diesem emotionalen Thema. Während sich neben der Antragstellerin neun Votantinnen und Votanten für ein Verbot aussprachen, äusserten sich vier Personen gegen eine Verschärfung der entsprechenden Polizeiverordnung.
Grundsätzlich ging es um die Frage, ob das Abbrennen von lärmendem Feuerwerk neu auch am 1. August und an Silvester verboten werden soll. Denn im Rest des Jahres ist dies gemäss der geltenden Polizeiverordnung bereits heute verboten. Befürworterinnen und Befürworter der Initiative monierten, dass die festliche Zeit durch die «heftige Knallerei» eine Dauerbelastung für Mensch und Tier darstelle und bei vielen auch Angst und Stress auslöse. Dem widersprach allerdings ein Landwirt. Sein Vieh im Stall verhalte sich immer ruhig, wie er sagte. Zahlreiche Wortmeldungen führten auch die starke Umweltbelastung durch Feinstaub sowie das Littering ins Feld.
Der Trend, so ein weiterer Befürworter, gehe eindeutig hin zu einem Verbot, wie verschiedene umliegende Gemeinden im Unterland zeigten. Bassersdorf könne auch unter den Hardwald-Gemeinden ein Zeichen setzen.
Freude verderben
Gegnerinnen und Gegner der Initiative fühlten sich immer mehr in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt. «Unsere Gesellschaft wird immer freudloser», meinte etwa ein Votant. Und ein anderer sagte: «Früher haben wir als Buben auch immer Raketli abgelassen, und es hat sich niemand daran gestört.»
Ausserdem wurden Bedenken geäussert, dass ein solches Verbot am 1. August und an Silvester von der Polizei schwer durchzusetzen sei. Dem pflichtete Daniel Hofmann bei, der die Argumente des Gemeinderates vertrat. «Eine Durchsetzung dürfte auf einem so grossen Gemeindegebiet schwierig werden, und solange man Feuerwerk kaufen kann, kann man das nicht komplett einschränken», so Hofmann.
Mit 113 zu 94 Stimmen wurde die Initiative schliesslich angenommen. Doch die Freude der Befürworterinnen und Befürworter währte nur kurz. Ein zuvor platzierter Antrag von Roland Eberhard auf eine Urnenabstimmung kam mit 98 von 80 benötigten Stimmen durch. Somit werden die Bassersdorferinnen und Bassersdorfer an der Urne das letzte Wort zu diesem Geschäft haben.
Gesunde Finanzen
Der Gemeinderat konnte bereits zum dritten Mal in Folge eine positive Jahresrechnung präsentieren. Das Finanzjahr 2025 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 11,4 Millionen Franken bei Einnahmen von 121 Millionen und einem Aufwand von 110 Millionen Franken. Davon wurden 15,2 Millionen in die finanzpolitische Reserve eingezahlt. Das Ergebnis liegt somit über dem Budget, welches von einem ausgeglichenen Resultat ausgegangen war.
Das Ergebnis sei wesentlich durch die gesetzlich vorgeschriebene Neubewertung des Finanzvermögens geprägt, sagte Adrian Hediger, Vorsteher der Abteilung Finanzen & Liegenschaften. Dies bedeute aber nicht, dass die Gemeinde über mehr Liquidität verfüge, so Hediger. Deshalb gelte es auch in Zukunft, die eingeschlagene finanzpolitische Richtung konsequent weiterzuführen.
Auch RGPK-Präsident Lukas Müller freute sich namens seiner Kommission über das gute Ergebnis. Man habe sogar Schulden abbauen können. Doch er gab auch zu bedenken, dass sich der Gemeinderat in der vergangenen Legislatur in einer sogenannten «Findungsphase» befunden habe. Und «wenn man nachdenkt, gibt man kein Geld aus», meinte er scherzhaft. Das werde sich in Zukunft ändern, doch das Geldausgeben müsse mit Sorgfalt und Bedacht erfolgen.
Die Versammlung zeigte sich offenbar zufrieden mit dem Ergebnis. Sie verabschiedete das Geschäft ohne Diskussion und mit wenigen Gegenstimmen.
Auch der Geschäftsbericht 2025, in welchem der Gemeinderat jeweils Rechenschaft über seine Tätigkeiten ablegt, passierte ohne Diskussion grossmehrheitlich.
Das letzte Geschäft des Abends behandelte eine Anfrage gemäss Paragraph 17 des Gemeindegesetzes. Dabei ging es um eine Anfrage von Hans Rudolf Egli zum Lärm auf dem Dorfplatz bei Veranstaltungen. Diese sowie die Antwort des Gemeinderates wurden von Christian Pfaller verlesen und können auf der Gemeindewebseite nachgelesen werden.
Gemeinderäte verabschiedet
Am Schluss der Veranstaltung wurden noch die beiden scheidenden Gemeinderäte Selina Stampfli und Christoph Isler offiziell verabschiedet und gewürdigt. Gemeindepräsident Pfaller verlas bei beiden einen kurzen Rückblick auf ihre Legislaturperioden und liess die verschiedenen Meilensteine während ihrer Tätigkeit Revue passieren.
Die beiden abtretenden Gemeinderäte wurden anschliessend mit herzlichem Applaus von der Versammlung verabschiedet. Christoph Isler war krankheitshalber abwesend.
Konsultativabstimmung Weihnachtsbeleuchtung
Beim anschliessenden Apéro hatten die Stimmberechtigten Gelegenheit, auf drei Stellwänden im Rahmen einer Konsultativabstimmung ihre favorisierte Weihnachtsbeleuchtung zu wählen. Drei Varianten der neuen Beleuchtung schafften es bei der Evaluation des Projektteams in die Endrunde. Der Gemeinderat wird sich Anfang Juli einen Entscheid fällen, damit die neue Weihnachtsbeleuchtung im Dezember rechtzeitig bereit ist. Wer an diesem Abend das Rennen machte, sehen Sie in der obigen Bildergalerie. Mehr Informationen finden Sie hier.

