Bassersdorf

Fachkommission Landwirtschaft und Naturschutz (FKLN) lädt zu Referaten ein

Die geplante Exkursion der FKLN Anfang Juni zur Waldhütte Heidenburg zum Thema «Spannungsfeld Wald» musste wegen drohender Gewitter kurzfristig verlegt werden.

Der Anlass zum Thema Wald fand Anklang: August Erni, Richard Dunkel, Fabian Moser, Res Guggisberg (v.li.). (um)

Gemeinderat Richard Dunkel begrüsst die Teilnehmenden und stellt die Referenten vor: Kreisforstmeister Res Guggisberg, Revierförster August Erni sowie Jagdgesellschafts-Obmann Fabian Moser.

Res Guggisberg zeigt die Komplexität des Themas auf. Rund ein Drittel der Kantonsfläche sei bewaldet, verteilt auf etwa 18 000 Waldbesitzer. Der Wald erfülle gleichzeitig Schutz-, Nutz- und Wohlfahrtsfunktionen. Er liefere Holz, sauberes Trinkwasser und Sauerstoff, binde CO2 und diene als wichtiger Erholungsraum. Diese Leistungen müssten langfristig und nachhaltig sichergestellt werden. Mit dem Waldentwicklungsplan verfügt der Kanton Zürich über ein strategisches Instrument zur Koordination dieser Ansprüche, zur Entschärfung von Nutzungskonflikten und zur Anpassung an den Klimawandel. Dazu gehören auch Versuche mit neuen Baumarten.

Fabian Moser beleuchtet das Thema aus Sicht der Wildtiere. Seine Arbeit umfasst neber der Regulierung von Wildbeständen auch die Verhinderung von Wildschäden, die Rehkitzrettung mit Drohnen und die Zusammenarbeit mit Land- und Forstwirtschaft. «Tiere reagieren unterschiedlich auf Störungen», erklärt Moser. Besonders Hunde lösten bei vielen Wildtieren starke Fluchtreaktionen aus. Durch die zunehmende Zahl von Erholungssuchenden gingen wichtige Rückzugsorte verloren. Solche Ruhezonen seien jedoch entscheidend, damit Tiere Energie sparen und Stress vermeiden könnten. Sein Appell: auf den Wegen bleiben, Tiere beobachten statt stören und Hunde an der Leine führen.

Eigenverantwortung nimmt ab

August Erni berichtet aus seiner 35-jährigen Tätigkeit im Hardwald. Neben Spaziergängern, Bikern und Familien nutzten heute auch Waldkindergärten, Jugendgruppen und Geocacher den Wald intensiv. Dies führe zu Konflikten. Viele Besucher erwarten einen aufgeräumten Wald. Für die Natur sei jedoch Totholz wertvoll, da es Lebensraum biete und Feuchtigkeit speichere.

Erni betont, dass die Verantwortung der Förster wachse, während die Eigenverantwortung vieler Besucher abnehme. Sein Wunsch: mehr Rücksicht und Respekt gegenüber dem Wald und seinen vielfältigen Funktionen. Die Referate machen deutlich, wie eng Erholung, Naturschutz, Jagd und Forstwirtschaft miteinander verknüpft sind. Notwendig ist das Verständnis für die unterschiedlichen Bedürfnisse und den sorgsamen Umgang mit dem wertvollen Lebensraum Wald.

Diesen Artikel können Sie liken!

Werbung