«Poetomat» verblüfft Kinder mit Dichtkunst
Ende Januar sorgte der sogenannte «Poetomat» in der Bibliothek Brütten an einem Samstagmorgen für ein faszinierendes Erlebnis für Kinder.
Der «Poetomat» wird als Kinder-Literatur-Veranstaltung von «KinderLiteraturStadt» aus Basel angeboten. Pro Jahr wird der «Poetomat» in 40 verschiedenen Bibliotheken in der Schweiz installiert; das Ziel dabei ist es, den Kindern auf spielerische Weise einen ersten Zugang zu Gedichten zu ermöglichen. Auf den ersten Blick scheint der «Poetomat» eine Maschine aus Karton zu sein, die ein Gedicht generiert, wenn man ein kreisförmiges Stück Karton mit Buchstaben oder Wörtern beschriftet in die Maschine einsetzt. Dabei las der «Poetomat» das Gedicht jeweils vor und danach kam das Gedicht in schriftlicher Form aus der Maschine heraus.
Faszinierende Funktionsweise
Die rund zehn teilnehmenden Kinder zeigten sich begeistert – viele Kinder wunderten sich aber auch darüber, wie der «Poetomat» funktioniert. Es fiel auf, dass die Worte auf dem Kartonstück die Maschine beim Dichten kaum beeinflusst haben – oder zumindest hat sich der «Poetomat» eine sehr grosse «dichterische Freiheit» eingeräumt. Als beispielsweise ein Kartonstück mit den Worten «Prinz», «Pferd» und «Sonne» in die Maschine eingesetzt wurde, spuckte diese Folgendes aus: «Abzählreim: Auf einem Gummi-Gummi-Berg, da wohnt ein Gummi-Gummi-Zwerg. Der Gummi-Gummi-Zwerg hat eine Gummi-Gummi-Frau. Die Gummi-Gummi-Frau hat ein Gummi-Gummi-Kind…».
Die Freude der Kinder trübte dies jedoch nicht, alle äusserten sich erfreut über ihre Erfahrungen mit der Wortmaschine: «Es ist ein cooles Erlebnis; es ist witzig, dass man Wörter in die Maschine geben kann und danach ein Gedicht herauskommt», meinte ein Mädchen. Nach einer Weile vermutete ein Grossteil der Teilnehmenden, dass sich in der Kartonkiste eine Person befand, die ein Gedicht auswählte, dieses vorlas und dann das Gedicht in Schriftform aus dem Automaten herausgab – und damit wurde wohl die Funktionsweise der Wortmaschine entlarvt.

