Christoph Bösel bestritt seine letzte Gemeindeversammlung
Das Traktandum der Jahresrechnung 2025 war das einzige Traktandum der Juni-Gemeindeversammlung. Wichtiger war die Verabschiedung dreier langgedienter Gemeinderäte.
Ein bisschen Wehmut schlich sich schon in die Stimmung der Gemeindeversammlung. Verständlich, hat doch Gemeindepräsident Christoph Bösel am 17. Juni seine letzte Gemeindeversammlung geführt. Diese besuchten 63 Stimmberechtigte. Finanzvorstand Hannes Schärer (FDP) führte wie gewohnt flott durch die Zahlenkolonnen. Die Jahresrechnung 2025 schliesst mit einem Aufwandüberschuss von rund 1,021 Mio Franken. Im Budget war noch mit einem Minus von 2,75 Mio Franken gerechnet worden.
Höherer Steuerertrag
Das Resultat noch verbessert hat der Mehrertrag bei den Steuern – sowohl bei den regulären Steuererträgen mit rund 4,25 Mio Franken als auch bei der Grundstückgewinnsteuer, die sich fast verdoppelt hat gegenüber dem Vorjahr. Einer der grössten Kostenblöcke ist wie so oft die Pflegefinanzierung. Hannes Schärer dazu: «In der Alterspyramide ist Nürensdorf eher überaltert im Vergleich zu anderen Gemeinden im Unterland. Das führt dann zu diesen Pflegefinanzierungskosten.» Er sei sehr froh um das Nüeri-Netz und die Nachbarschaftshilfe, denn jede sechs Monate, die eine Person nicht in eine Pflegeeinrichtung gehen müsse, helfe Kosten zu sparen, so Schärer.
Die grossen Infrastrukturprojekte der Schulen belasten auch interne Ressourcen und haben zu Korrekturen geführt. Damit sind auch die geringeren Investitionsvolumen zu erklären sowie auch geringere Abschreibungen als geplant. Rund 1,5 Mio Franken weniger wurde investiert, teils auch zugunsten einer Einbindung in grössere Projekte.
RPK-Präsident Jürg Schnyder – auch sein Auftritt war der letzte als RPK-Präsident an einer Gemeindeversammlung – erklärte, dass alle Zahlen und Transaktionen verständlich erklärt wurden und beantragte der Versammlung die Annahme, was problemlos mit grossem Mehr auch geschah.
Verlust an Know-How
Die Juni-Gemeindeversammlung am Ende einer Legislatur ist jeweils der Zeitpunkt für die Verabschiedung der abtretenden Gemeinderäte. So verlassen auch drei Personen die politische Bühne Nürensdorfs: neben Gemeindepräsident Christoph Bösel mit 20 Jahren im Dienst der Gemeinde auch Edith Betschart (SVP) mit zwölf Jahren und Schulpflege-Präsident Gerry Romanescu (FDP) mit 16 Jahren Amtszeit. Damit einher geht auch ein grosser Verlust an Know-How.
Lesen Sie die Verabschiedungen im nächsten dorfblitz, der am 25. Juni erscheint.

