Nürensdorf

Elf Kandidierende für die Schulpflege

Mit elf Kandidierenden für die Schulpflege-Behördenwahlen im März 2026 steht der Bevölkerung für die fünf Sitze eine reiche Auswahl zur Verfügung. Doch die Auswahl ist keine leichte Sache.

Thomas Sigrist ist Anwärter für das Amt des Schulpflegepräsidenten. (sg)

Die Unstimmigkeiten rund um die Führung der Schule Nürensdorf gipfelt in einer Kandidatenflut für ein Amt in der Schulpflege. Die bisherigen Schulpflegemitglieder Doris Salzmann, Franziska Schär, Thomas Sigrist (alle parteiunabhängig) und Pascal Spicher (FDP) stellen sich geschlossen einer Wiederwahl. Ein Viererticket stellt die SVP mit Reto Baumgartner, Samuel Frempong, Beatrice Kat-Mooser und Iris Kühn. Die FDP möchte Rino Dalla Corte in der Behörde sehen, während sich die Parteiunabhängigen Brigitte Meier und Claudia Zimmermann ebenfalls engagieren möchten. Einig sind sich alle, dass die Bevölkerung für diese Behörde eine echte Auswahl braucht.

Die bisherigen Behördenmitglieder möchten ihre Arbeit weiterführen. «Wir sind ein gutes Team und können uns vertrauen», sagt Präsidentschaftsanwärter Thomas Sigrist. «Unsere verschiedenen Persönlichkeiten helfen uns, Situationen im Team zu reflektieren und verschiedene Blickwinkel einzunehmen. Wir helfen einander auch ressortübergreifend, was nicht selbstverständlich ist.» Sigrist möchte als Präsident amten, um die Arbeit des Teams und die laufenden Projekte weiterzuführen. «Wir haben viel erreicht: eine Leitung Bildung ins Boot geholt, den Mittagstisch von 30 auf 120 Plätze ausgebaut, die Zusammenarbeit mit der Kita und der Musikschule professionalisiert und den Planungskredit für die Umbauten der Schule erhalten.» Das Wissen und die Erfahrungen daraus seien Werte, die sie in die Waagschale werfen würden.

Nicht im selben Stil weiter

Hier setzt die Gegengruppe um die SVP-Vertreter an. Reto Baumgartner sagt: «Viele halten einen Kurswechsel für nötig, das zeigt sich an den zahlreichen Kandidaturen. Uns wurde bewusst, wenn die Schulpflege nicht an Inputs und Zusammenarbeit interessiert ist, man von ausserhalb wie beispielsweise dem Elternrat – absolut nichts bewirken kann.» Er positioniert sich klar gegen die heutigen Mitglieder: «Nicht, dass ich das Amt suchen würde, aber als direkt betroffener Vater von schulpflichtigen Kindern ist es mir wichtig, dass das Präsidium nicht von einem bisherigen Schulpfleger übernommen wird und es im ähnlichen Stil weitergeht.»

Amtsgeheimnis wiegt stark

Ein Vorwurf, der oft zitiert wird, ist die fehlende Kommunikation. Thomas Sigrist sagt dazu: «Das Amtsgeheimnis ist ein starker Wert in unserer Demokratie. Man weiss mehr, muss es jedoch zurückhalten und darf nicht alles erzählen, auch wenn es zum Verständnis beitragen würde. Das ist sicher etwas, was gegenüber der Arbeit in der Privatwirtschaft entscheidend anders ist.» Genau hier seien aber die Vorwürfe am lautesten, man wolle nicht kommunizieren und transparent sein. «Ich bin ein pragmatischer Mensch, der offen kommuniziert. Dass ich das in einem Behördenamt nicht zu hundert Prozent machen darf, musste auch ich schmerzlich erfahren. Dieser Wert hat aber seine Bedeutung und sollte nicht als Vorwurf für ein Verschweigen gewertet werden.» Er sei viel in der Schule und frage sich immer, wo es den Kindern denn konkret schlecht gehe? «Ich sehe motivierte, fähige Lehrpersonen, die ihren Job pflichtbewusst und mit Herzblut ausüben und ebenso eifrige Schüler. Unsere Schule wurde kürzlich durch die zuständige Fachstelle beurteilt und in sieben von neun Feldern war die Wertung ‹vollumfänglich erfüllt› (auf der Homepage einsehbar). Das Positive im Schulalltag wird klein geredet.»

Positives Umfeld für Kinder

Reto Baumgartner verspürt grosse Lust, das Amt als Schulpflegepräsident zu besetzen. Er sei ein Teamplayer, der Leute um sich herum einbeziehe. Er wünscht sich, «dass es möglichst viele neue Kräfte in die Schulpflege schaffen. Es gibt hervorragende neue Kandidaturen, mit denen ich mich auf eine Zusammenarbeit enorm freuen würde. Ich bin jemand, der Herausforderungen mag. Da ich solche – seien es berufliche, schulische oder sportliche – auch in der Vergangenheit gemeistert habe, stimmt mich das zuversichtlich.»

Bei den Zielen finden sich die Präsidentenanwärter: Beide möchten ein positives Schulumfeld für die Kinder bieten, in denen diese ihr Potential entfalten können, und ein stabiles Lehrerkollegium, das motiviert und engagiert unterrichtet. Beim konstruktiven Dialog und der vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Beteiligten am Schulbetrieb, gehen die Auffassungen zur Umsetzung anscheinend noch auseinander.

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