Brütten

Genossenschaft blickt trotz Rückschlägen nach vorne

Die Generalversammlung der Genossenschaft Zentrum Brütten liefert den Genossenschaftern Aufschluss zur finanziellen Situation. Beim Projekt kommt Plan B zum Tragen.

Genossenschaft Zentrum Brütten hat ein schwieriges Jahr hinter sich. (zvg)

Präsident Ueli Arn begrüsst alle persönlich an der Tür zum Gemeindesaal in Brütten. Die vier Stuhlreihen mit je acht Plätzen füllen sich ausnahmslos, während der Vorstand vorne unter der Leinwand Platz nimmt. Zehn Traktanden stehen an der fünften GV der Genossenschaft auf der Agenda. 40 Stimmberechtigte sind anwesend, insgesamt zählt die Genossenschaft 129 Mitglieder.

Projekt zum Fliegen bringen

Der Jahresbericht 2025 wird ohne Einwände angenommen – trotz eines «schwierigen Jahres», wie Arn sagt. «Wir haben einiges gelernt, besonders juristisch.» Der Präsident dankt den Genossenschaftern für ihre Unterstützung. Diese gebe dem Vorstand den nötigen Mumm, weiterzumachen: «Voller Energie, denn wir glauben daran, dass das Projekt zum Fliegen kommt.» Anschliessend präsentiert Simon Baltensperger die Jahresrechnung. Den deutlich höheren Verwaltungsaufwand begründet er mit hohen Kosten für die Rechtsberatung. Der Jahresverlust von knapp 35 000 Franken wird ohne Einwände angenommen. Für 2026 wird mit einem Budget von 20 500 Franken gerechnet. Ebenso stimmen die Anwesenden der Decharge an den Vorstand zu. «Ein Vertrauensbeweis an uns», meint Arn.

Wie bereits berichtet wurde, gingen gegen die Baubewilligung Rekurse ein – unter anderem wegen der Verkehrssituation, der Grenzabstände sowie der Einordnung der Bauten. «Wir wurden auf Feld eins zurückgeworfen», zeigt sich Arn enttäuscht. Diese Entwicklung bremse das Projekt sowohl zeitlich als auch finanziell.

Der Vorstand verfolge nun Plan B. Dieser sieht vor, dass die Gemeinde einen Gestaltungsplan ausarbeitet, auf dessen Grundlage eine Sonderbauvorschrift entstehen soll. Dadurch sollen spätere Abweichungen möglich werden. Der Plan werde anschliessend der Gemeindeversammlung vorgelegt, Einsprachen seien weiterhin möglich.

Das Vorhaben benötige jedoch viel Zeit – mindestens bis Ende Jahr, da verschiedene Stellen und Ämter involviert seien. «Es braucht Geduld, aber es lohnt sich zum Wohl des Dorfes.» Gleichzeitig lobt Arn die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde, die in zügigem Tempo arbeite.

Stiller Moment

Obwohl es für die Genossenschafter letztlich auch um ihr investiertes Geld geht, spielt an diesem Abend kurz auch das Soziale eine wichtige Rolle. Ueli Arn erinnert an eine im vergangenen Jahr verstorbene Genossenschafterin und bittet um einen Moment der Ruhe und des Respekts für das «immer freundliche und herzliche Mitglied».

Neu soll ausserdem Florian Küng in den Vorstand zurückkehren. Nach seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat sei der Vorstand froh um sein Wissen und seine direkte Mitarbeit. Mit einem «Herzlich willkommen» und Applaus wird er per 1. Juli wieder im Amt begrüsst. Bereits wird über das Datum des Apéros gescherzt. Da Küng als Gemeinderats-Delegierter wegfällt, werde diese Aufgabe neu besetzt, sobald sich die Behörde organisiert habe, beantwortet Arn die Frage eines Anwesenden.

Party und Dialog

Da weder seitens des Vorstands noch seitens der Mitglieder Anträge vorliegen, schreitet die Versammlung zügig voran. Alain Ehrsam informiert schliesslich noch über den Stand des Dorffests. Alles sei auf Kurs und in 84 Tagen «chlöpfe es auf dem Chapf». Angestrebt werde ein vielfältiges Programm mit Niveau – von Brütten für Brütten.

So endet die Generalversammlung bereits nach 42 Minuten. «Rechtzeitig zum Eishockeyspiel der Schweiz», sagt Arn und bedankt sich einmal mehr bei seinem «sensationellen Team».

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