Nürensdorf

Zelglihof wechselt den Besitzer

Nach 40 Jahren übergibt das Ehepaar Welti den Zelglihof in der Breite per 1. September an seine Nachfolger, Peter und Sarah Morf-Wettstein aus Wangen.

Peter und Sarah Morf-Wettstein (li.) übernehmen den Zelglihof von Theres und Andres Welti. (bg)

Der Anfang war heftig: Als das Ehepaar Theres und Andres Welti vor rund 40 Jahren nach dem verfrühten Tod von Vater Welti überraschend den Zelglihof übernahm, waren die beiden noch jung und ziemlich gefordert. Mit viel Fleiss und Herzblut haben sie es aber über die Jahre hinweg fertiggebracht, aus dem Hof ein Glanzstück zu erschaffen; mit eigenem Gemüse- und Beerenanbau, einer Pferdepension und einem Hofladen. Ihr Hofladen mit vielen Produkten aus eigenem Anbau sowie einer Verpflegungs- und Sitzgelegenheit gilt als einer der schönsten in der Region.

Mehr Zeit für sich

Nun aber geben sie diese «Herzensangelegenheit», wie Theres Welti sagt, altershalber weiter. «Wir arbeiten viele, viele Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche – im Pensionsalter wollen wir jetzt etwas kürzertreten», sagt die 61-Jährige. Auf die faule Haut liegen werden sie allerdings auch künftig nicht: Sie zügeln ins Emmental, wo sie in der Nähe ihrer Töchter und Enkelkinder ein altes, kleines Bauernhaus gekauft haben – inklusive Garten und Ziegen. «Das Ziel ist, uns selbst zu versorgen – und unsere Enkel zu geniessen. Diese haben wir aus Zeitgründen die vergangenen Jahre kaum gesehen.» Der meiste Hausrat ist bereits im Bernbiet; vor Ort in Nürensdorf ist nur noch das Bett und das Nötigste.

Einen Nachfolger für den Zelglihof hatten sie im Nu gefunden: Innert zwei Tagen hat Sarah Morf-Wettstein, eine Freundin und Trauzeugin der ältesten Tochter, zusammen mit ihrem Mann Peter zugesagt, den Hof zu übernehmen. Seit Anfang Jahr wurden die beiden kontinuierlich eingearbeitet. «Eine super Lösung», freut sich Theres Welti. Die Nachfolger planen zudem, den Hof im gleichen Stil weiterzuführen.

40 Jahre sind genug

Von Abschiedsschmerzen werde sie nicht geplagt, winkt Welti ab: «Wir haben den Hof vor ein paar Jahren schon einmal abgegeben, an eine unserer Töchter. Als diese der Liebe wegen ins Emmental zog, haben wir nochmals übernommen. Nun aber ist die Zeit gekommen, den Zelglihof endgültig in andere, gute Hände zu geben.»

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