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Brütten

«Afternoon Tea» echt schweizerisch

Zita Langenstein, erste Schweizer Butler-Schul-Absolventin in England und 20 Jahre im englischen Buckingham Palace tätig, erzählt mit sanftem Humor und überraschender Authentizität aus ihrem Leben.

Unter den Augen von Zita serviert Bibliotheksleiterin Petra Kowalski stilvoll Tee. (as)
Zita erzählt aus ihrem Leben als Butlerin. (as)

Wer sich für gediegene Lebensweise versetzt mit royalem Glamour interessiert, war am 24. Oktober genau richtig in der Bibliothek Brütten. Bibliothek und Kulturkommission hatten gemeinsam zu einem einzigartigen «Afternoon Tea» eingeladen. Binnen kurzer Zeit waren die 30 angebotenen Plätze bereits ausgebucht. Schliesslich bekommt man nicht alle Tage die Möglichkeit, einer waschechten Butlerin zuzuhören, die rund zwei Jahrzehnte regelmässig im Dienst der britischen Königsfamilie stand.

Mit viel Charme und Humor erzählte Zita von ihrer Herkunft, ihrer Ausbildung und ihrer Arbeit, deren Grundlagen Diskretion, Perfektion und immer einen Schritt voraus zu sein sind.
Bereits als sechsjähriges Bauernmädchen durfte sie Gäste ihrer Eltern bedienen. Diese Erfahrung prägte sie und liess sie den Weg zur Gastronomie einschlagen mit dem steten Wunsch, einmal Butler zu werden.

Hartnäckig zum Ziel

Fast 20 Jahre lang bewarb sie sich Jahr für Jahr an der renommierten «Ivor Spencer School of London» und erhielt ebenso viele Absagen. Ihre Hartnäckigkeit zahlte sich dennoch aus und führte zur ersehnten Aufnahme. Mit ihrer Abschlussarbeit «Royal Afternoon Tea – Swiss Style» belegte sie den ersten Platz, der es ihr erlaubte, ihr Konzept der Queen zu präsentieren. Die Monarchin fand so grossen Gefallen daran, dass sie sich bis zu ihrem Tod jährlich einen «Afternoon Tea – Swiss Style» von Zita servieren liess. Gleichzeitig öffnete dieser Erfolg die Tore zum Buckingham Palace. Regelmässig reiste die Nidwalderin von da an nach England, um bei Grossanlässen, Staatsbanketten und Feierlichkeiten zu dienen.

Stilvoller «Cream Tea»

Der absolute Höhepunkt wartete in der Mitte der Veranstaltung auf die Kulturkommissionsgäste. Ein original britischer «Cream Tea». Stilvoll zubereitetet und serviert durch das Team der Bibliothek wurden neben verschiedenen erlesenen Teesorten auch klassische Gurkensandwiches, frisch gebackene Scones mit Clotted Cream und Marmelade angeboten. Vielen Anwesenden erschien diese traditionelle Kombination im ersten Moment ungewöhnlich – schmeckte jedoch hervorragend und rundete den Nachmittag perfekt ab.

Dienen macht glücklich

Trotz ihres Lebens inmitten von Reichtum und Luxus ist Zita Langenstein bodenständig und authentisch geblieben. Ihre Botschaft ging an diesem Nachmittag über das korrekte Verhalten zu einer traditionellen Tee-Zeit hinaus. Auf Nachfrage aus dem Publikum erwiderte sie: «Man dient letztendlich in jedem Beruf. Dienen macht glücklich und ist ein Zeichen von Freundlichkeit und Respekt.»
Als der Nachmittag bei anregenden Gesprächen und dem letzten Schluck Tee ausklang, war im Saal spürbar, dass den Gästen dieser Nachmittag wohl noch lange wie ein perfekt servierter englischer Tee in Erinnerung bleiben wird.

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