Dekarbonisierung schreitet auch im öV voran
Die Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) treiben den Umstieg auf Elektromobilität konsequent voran. Ziel ist es, bis 2040 die Busflotte auf grünen Betrieb umzustellen. Damit dieser Schritt gelingt, rüsten die Betreiber ihre Depots laufend mit moderner Ladeinfrastruktur aus – auch im Eurobus-Depot in Bassersdorf.
Der dorfblitz war vor Ort und erhielt im grossen Busdepot der EUROBUS welti-furrer AG im Industriegebiet Grindel Einblicke in die neuen Anlagen. Roland Isler, Projektleiter E-Mobilität bei den VBG, und Michael Küng, Geschäftsleiter öV von EUROBUS welti-furrer AG, führten durch die Halle. Während des Besuchs wird gerade ein neuer Gelenkbus der Linie 768 geladen. «Für eine volle Ladung braucht es vier Stunden Ladezeit. Damit kann ein Linienbus rund 350 Kilometer mit sauberer Energie fahren», erklärt Isler.
Elektrobusse im grünen Design
Seit diesem Jahr verkehren sechs Gelenkbusse dieses Typs im Glattal. Sie ersetzen die bisherigen Dieselbusse und sind vorwiegend auf der Linie 768 zwischen Zürich Oerlikon und dem Flughafen unterwegs. Fahrgäste erkennen die modernen Fahrzeuge sofort am frischen grünen Design.
Der Einstieg in die Elektromobilität erfolgte bereits 2021 mit einem Pilotprojekt auf der Linie 759. Diese 27 Kilometer lange Verbindung wird seither vollständig mit sieben Elektrobussen betrieben. Damit spart die VBG jedes Jahr rund 235 000 Liter Diesel ein. Ein Elektrobus auf der Linie 759 benötigt im Schnitt etwa eine Kilowattstunde pro Kilometer. Die Fahrzeuge laden am Flughafen über ein Dach-Ladesystem, während sie auf den nächsten Einsatz warten. So bleiben sie jederzeit betriebsbereit.
Ladestationen geplant
Die sechs 18 Meter langen Gelenkbusse der Linie 768 hingegen werden ausschliesslich im Depot Bassersdorf geladen. Dafür stehen derzeit sieben Ladestationen zur Verfügung. «Bis Ende 2026 soll der erste Ausbau der Depots in Bassersdorf und Regensdorf abgeschlossen sein», sagt Isler. «Dann werden im Depot Bassersdorf 35 Ladestationen genutzt werden können», ergänzt Michael Küng von EUROBUS. «Dafür erstellen wir aktuell eine eigene Trafostation neben dem Depot. Damit stellen wir sicher, dass auch in Zukunft genügend Strom verfügbar ist.»
«Die alten Dieselbusse werden Schritt für Schritt durch Elektrofahrzeuge ersetzt. Jeweils dann, wenn deren Lebensdauer von rund 15 Jahren erreicht ist», führt Isler weiter aus. Das grosse Ziel: Bis 2040 sollen alle 55 Linien der VBG ausschliesslich mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Und wie sieht es mit der Umrüstung der Linie 765 aus, die den Flughafen via Bassersdorf mit Dietlikon Bahnhof verbindet? «Das sollte 2028 der Fall sein», sagt Isler.
Breite Akzeptanz
Wie kommt die neue Technologie bei Fahrgästen und Chauffeuren an? «Sehr gut», weiss Isler. «Die Leute schätzen die ruhigere Fahrt ohne Motorenlärm und Vibrationen.» Chauffeur Milan Vezmar, seit zehn Jahren beim VBG im Dienst, bestätigt dies begeistert: «Anfangs waren wir skeptisch, viele von uns haben Diesel im Blut», meint er scherzend. «Aber inzwischen möchte niemand mehr zurück. Das Fahrgefühl ist deutlich angenehmer.»
ZVV-Nachhaltigkeitsstrategie
Mit der schrittweisen Umrüstung erfüllt die VBG auch die Dekarbonisierungsstrategie des Kantons: Bis 2040 soll der ZVV im Kanton vollständig CO₂-neutral unterwegs sein. Den grössten Beitrag dazu leistet der Ersatz von Diesel- durch Elektrobusse – ein Prozess, der nicht nur die Umwelt entlastet, sondern auch die Lebensqualität der Fahrgäste verbessert.


