Brütten

Brüttens Grossprojekt geht live

Die Druckerhöhungsanlage ist seit Dienstagmorgen in Betrieb. Mit drei Rohrbrüchen ging die Druckerhöhung glimpflich ab.

Der Moment der Wahrheit ist da: die lang ersehnte Druckerhöhungsanlage geht ans Netz. Brunnenmeister Urs Altorfer hat die Ehre. (sg)
Funktioniert es oder nicht? Simon Peterhans (v.l.), Daniel Spiess, Peter Ball und Urs Altorfer besprechen die Situation. (sg)
Aller Augen auf das wichtigste Instrument im Raum: den Wassermengenzähler. (sg)
Urs Altorfer auf dem Weg zu den Weilern, um einen Augenschein vor Ort zu nehmen. (sg)
Ein erster Rohrbruch zeigt die Kraft des Wassers eindrücklich. (sg)
Handarbeit und Muskelkraft: die Schieber schliessen. (sg)
Ein erster Rohrbruch zeigt die Kraft des Wassers eindrücklich. (sg)
Lagebesprechung nach den drei Wasserrohrbrüchen: soll man einen neuerlichen Versuch wagen oder nicht? (sg)
Das wichtigste Instrument im Reservoir ist an diesem Dienstag dasjenige, welches die Wassermenge anzeigt. (sg)
Brunnenmeister Urs Altorfer nimmt die Druckerhöhungsanlage in Betrieb. (sg)
Das Telefon läutet - die Sachlage wird abgeschätzt von Urs Altorfer. (sg)
In der Säntisstrasse leckt die Wasserleitung ebenfalls und der Schieber wird geschlossen - der Wasserstrom versiegt. (sg)

Nicht nur der Druck in den Brüttener Wasserleitungen wurde in neue Sphären geschraubt, auch der Blutdruck und die Anspannung bei Brunnenmeister Urs Altorfer war sichtlich höher am Dienstag, 13. Februar um 10.30 Uhr, als die lang ersehnte Druckerhöhungsanlage ans Wassernetz angeschlossen wurde und ihren Dienst mit viel Getöse aufnahm.

Neben Urs Altorfer war auch Bausekretär Daniel Spiess und Gemeinderat Peter Ball vor Ort. «Ich habe nicht so gut geschlafen diese Nacht», sagt Ball. Aus gutem Grund, denn eine Erhöhung des Druckes im Wassernetz kann man im Voraus nicht vollständig simulieren und daher bleibt bis zum Moment der Druckerhöhung offen, ob alle Leitungen im Netz auch wirklich dem höheren Druck standhalten werden. Simon Peterhans, Verantwortlicher Projektleiter der Firma F + H Partner AG, ist immer noch zu Spässen aufgelegt und fordert Altorfer auf, die Anlage nun definitiv in Betrieb zu nehmen. Angedacht ist, den Druck auf maximal zwei Bar zu erhöhen in einem ersten Schritt. Gesagt – getan!

Alle Blicke aufs Messinstrument

Die Spannung im Reservoir Chapf, in der die Anlage steht, war spürbar bei allen Beteiligten. Das Messinstrument , welches die tatsächliche Wassermenge anzeigt, welche durch die Rohre eingespiessen werden, wurde von mehreren Personen genau angeschaut. Als Urs Altorfer am Rad drehte, schaltet die Anlage mit grossem Getöse in den Betriebsmodus. Und schon zeigt sich nach einigen Minuten am Instrument, dass anstelle der gewünschten rund 400 Liter bereits 750 Liter durchfliessen. Die Sorgenfalten werden bei Daniel Spiess und Urs Altorfer grösser – die erhöhte Menge lässt auf einen Rohrbruch schliessen.

Sobald Urs Altorfer das Reservoir für einen Augenschein verlässt, klingelt sein Telefon und der erste Wasserrohrbruch wird ihm mitgeteilt, da einige Piketts im Dorf verteilt stehen. Ab ins Auto und zur ersten Stelle. Der Schieber wird geschlossen und der Wasserstrom versiegt. Dennoch haben sich bereits Platten gelöst und das Trottoir wurde leicht angehoben. Brunnenmeister Altorfer scheint in seinem Element, unterbricht den Hausanschluss und macht sich auf zum zweiten Rohrbruch, nur wenige Meter die Strasse hinunter. Alles scheint gut vorbereitet, ein Kleinbagger ist bereits avisiert und genügend Material für die Schliessung des Lecks an der Leitung vorhanden.  Urs Altorfer hat bereits im Voraus einige Stellen im Wassernetz im Kopf, die heikel sein könnten, weil die Leitungen gar alt seien. Die Gemeinde selbst hat über die vergangenen Jahre viel Geld in die Erneuerung der alten Wasserleitungsrohre gesteckt und so vorgesorgt. Bei Hausanschlussleitungen habe man diese Handhabe nicht, sagt Peter Ball.

Nur der Blick schafft Sicherheit

Zwischenzeitlich fährt Urs Altorfer sämtlich Weiler ab – man sieht sein oranges Auto von der Birch, in den Weiler Eich und über Strubikon zurückfahren, um zu sehen, ob noch weitere Lecks auftauchen. Auch wenn Logger – kleine Messgeräte, welche mit empfindlichen Körperschall-Mikrofonen Geräusche in der Wasserleitung anzeigen – im Netz installiert sind, welche Leck-Ortungen einfacher machen, taugen sie für eine sofortige Analyse nicht. Nur der Blick des Brunnenmeisters schafft hier Sicherheit. Mittlerweile wird ein weiteres Leck in der Säntisstrasse gesichtet und auch dort ist Urs Altorfer sofort vor Ort und schliesst den Schieber. Einer Anwohnerin gibt er noch kurz Informationen und weg ist er.

Nach drei Rohrbrüchen ist Schluss: die Anlage wird ausser Betrieb genommen und die Verantwortlichen diskutieren die Lage. Die Mehrheit entscheidet sich für eine erneute Inbetriebnahme, jedoch mit einem Druck von maximal 1,6 Bar. Und tatsächlich: die Anlage läuft seither problemlos und es kam auch zu keinen weiteren Rohrbrüchen.

Der Plan ist nun, den Druck in der kommenden Woche auf die geplanten zwei Bar zu erhöhen. Gibt es keine Zwischenfälle, soll der Druck jede Woche um weitere 0,5 Bar erhöht werden, bis zum Zieldruck von rund vier Bar. Es bleibt also für die Verantwortlichen auch weiterhin noch ein erhöhter Druck – in den eigenen Blutbahnen wie in Brüttens Wassernetz.

Wasserrohrbrüche melden

Bis die Druckerhöhung abgeschlossen ist, können auch weiterhin Wasserrohrbrüche auftreten. Sollten Brüttenerinnen oder Brüttener solche feststellen, soll man die Wasserversorgung unter der Nummer 079 327 95 53 oder 052 355 03 53 in Kenntnis setzen. (sg)

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