In Startlöchern für erneute Steuerfuss-Senkung
Trotz bereits reduziertem Steuerfuss präsentiert sich der Brüttener Finanzhimmel rosig. In einem Jahr soll darum über eine erneute, massive Senkung des Steuerfusses diskutiert werden.
Die Sonne war zu Beginn der Gemeindeversammlung im Chapf zwar bereits untergegangen, aber wenn nicht, hätte sich bestimmt ein rosaroter Himmel über Brütten gezeigt. Denn die Gemeinde befindet sich finanziell «in einer sehr komfortablen Lage», wie mehrfach betont wurde. «Trotz der erfolgten Steuerfuss-Reduktion von 89 auf 85 Prozent erwarten wir unverändert hohe Einkommenssteuern», sagte Finanzvorsteher Florian Küng. Bis Ende 2029 wachse das Nettovermögen der 2000-Seelen-Gemeinde voraussichtlich auf 9,4 Millionen an; das Eigenkapital auf knapp 35 Millionen; zudem stünden keine grossen Investitionen an. «Wir sind in einer super Lage in Brütten», bilanzierte auch Stefan Kammerlander, Präsident der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission.
Ungeachtet der rosigen Aussichten will der Gemeinderat den Steuerfuss im kommenden Jahr bei 85 Prozent belassen und zuerst die Rechnung 2025 abwarten. Das Budget 2026 sieht bei einem Aufwand von 14,9 Mio und einem Ertrag von 15,2 Mio einen Ertragsüberschuss von 352 000 Franken vor. Den gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Aufwand (Budget 2025: 13,8 Mio Franken) gelte es sehr kritisch zu beobachten, monierten die Parteipräsidenten der bürgerlichen Parteien; gleichzeitig lobten alle Redner die «solide Arbeit» des Gemeinderates. Die 75 Stimmberechtigten folgten denn auch dem Gemeinderat und genehmigten Budget und Steuerfuss einstimmig.
Reduktion auf 77 Prozent
In den Voten zeigte sich allerdings, dass die erneute Reduktion des Steuerfusses nur aufgeschoben wird und bei der Budget-GV im Dezember 2026 wieder aufs Tapet kommen dürfte. FDP-Präsident Philipp Guggisberg: «Die Gemeinde braucht die Überschüsse nicht; wir behalten das Geld lieber in unserem eigenen Portemonnaie.» Für eine schwarze Null könnte der Steuerfuss rein rechnerisch um weitere acht Prozentpunkte auf 77 Prozent gesenkt werden, so Guggisberg. Damit käme Brütten in die Nähe der begehrten Goldküsten-Gemeinden; den tiefsten Steuerfuss im Kanton Zürich hat aktuell Kilchberg mit 72 Prozent.
glp: Lieber investieren
Gegen eine weitere Senkung sprach sich glp-Präsident Fabian Heer aus: «Der Brüttener Steuerfuss ist bereits jetzt attraktiv. Wir brauchen das Geld besser für Investitionen wie einen Ausbau der Verkehrssicherheit oder des Glasfasernetzes, weitere Solaranlagen, und für visionäre Projekte wie etwa einen ausgebauten Badeweiher.»
Den vollständigen GV-Bericht lesen Sie in der Dezember Print-Ausgabe.



