Rekord-Ergebnis trotz gesenktem Steuerfuss
Finanzvorstand Florian Küng (FDP) verabschiedet sich aus dem Amt mit einem Rekord-Ergebnis von 2,365 Mio Franken. Mit vier Anfragen mussten die Stimmbürger Sitzleder beweisen.
Die 57 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger durften sich an einem äussert positiven Jahresergebnis von 2,365 Mio Franken erfreuen. Und dies, obwohl der Steuerfuss letztes Jahr auf 85 Prozent gesenkt wurde. Bei einem Aufwand von 14,1 Mio Franken und einem Ertrag von 16,5 Mio Franken wurde der budgetierte Aufwandüberschuss von rund 290 000 Franken bei weitem übertroffen. Grund sei die unerwartet hohen Steuererträge sowie ein Einmaleffekt durch die Aufwertung der Liegenschaften im Finanzvermögen, wie Ressortleiter Finanzen, Florian Küng, an seiner letzten Gemeindeversammlung ausführt.
Die Steuererträge sind massgeblich für das gute Ergebnis verantwortlich. Florian Küng sieht darin eine positive Entwicklung für das Dorf. «Die Einkommenssteuer waren höher und wichtiger als die Grundstückgewinnsteuer, die tiefer ausfiel. Dies ist eine gute Entwicklung», bilanzierte er. Er lobte zudem die hohe Kostendisziplin der Verwaltung.
Die tiefe Umsetzungsquote von 22 Prozent der geplanten Investitionen sei den Verzögerungen rund um das Projekt Zentrum geschuldet. Dort wurde durch ein Rekursverfahren das Projekt gestoppt und soll neu mit einem Gestaltungsplanverfahren aufgerollt werden.
Hoher Handlungsspielraum
Abschliessend zeigte Küng die Kennzahlen auf, die Selbstfinanzierung sei mit 476 Prozent sehr gut und gebe ein Polster für kommende Jahre. Das Eigenkapital mit neu 38,32 Mio Franken biete einen hohen Handlungsspielraum. Eine provisorische Berechnung habe ergeben, dass ab 2027 die Gemeinde wahrscheinlich rund 220 000 Franken an den Finanzausgleich abgeben müsse.
RGPK-Präsident Stefan Kammerlander (FDP), der im Juli in den Gemeinderat wechselt, lobte die sorgfältige Arbeit der Behörde und Verwaltung. Er erwähnte, dass der Gewinn umgerechnet auf die Einwohner rund 1000 Franken pro Person an Steuern ausmachen würde und niemand gerne zu viel bezahle. Rund vierzehn Prozentpunkte würde dies als Steuerfuss sein, was rein rechnerisch einem Steuerfuss von 71 Prozent gleichkomme. Damit würde Brütten sich den tiefsten Steuerfuss mit der Gemeinde Zumikon teilen. Gemeindepräsident Fritz Stähli unterband diese Gelüste jedoch mit Blick auf die Budgetversammlung im Dezember und dem Hinweis, dass dieses Thema dorthin gehöre.
Auch die Parteiverantwortlichen lobten einhellig den Gemeinderat für dieses Ergebnis und brachten sich bereits in Stellung fürs Thema Steuerfusssenkung. «Wir haben das Geld lieber bei uns im Portemonnaie», sagte Philipp Guggisberg, FDP-Präsident, dazu. Die Abstimmung war denn auch eine reine Formsache.
Informativer Jahresbericht
Gelobt wurde auch der unter Traktandum zwei aufgelegte Jahresbericht. «Informativ, kein Papiertiger mehr, zeigt Attraktivität unserer Gemeinde» waren Stichworte von den Parteiverantwortlichen dazu und wurde ebenfalls einstimmig angenommen.
Die Versammlung war aber noch lange nicht zu Ende, denn gleich vier Anfragen, drei von GLP-Mitgliedern und eine von der SVP, durfte Fritz Stähli verlesen, der immer mal wieder zum Wasserglas greifen musste, ob der ausführlichen Verlesung. «Die politische Vielfalt lebt und der Posteingang der Gemeinde ebenfalls!», war sein humorvoller Kommentar dazu. Während die GLP Anfragen um die Gewinnverwendung, die Solarprojekte in der Gemeinde und die maximale Klassengrössen stellten, ging es bei der SVP-Anfrage um das Zentrumsprojekt. Die SVP-Mitglieder scheinen ob der finanziellen Risiken des Projektes, welches durch einen Rekursentscheid gestoppt wurde, besorgt.
Lesen Sie Genaueres im dorfblitz vom 25. Juni!

