Bassersdorf

Liftanlagen zugestimmt

Die 132 anwesenden Stimmbürger an der vorberatenden Gemeindeversammlung Ende März hatten über die Initiative für zwei Liftanlagen am Bahnhof Bassersdorf zu befinden.

Mitinitiant Eduard Hofmann (IG Basi) visualisierte für die Stimmbürger die Liftanlage. (sg)

Die Initiative für zwei Liftanlagen auf die Perrons 1 und 4 am Bahnhof Basserdorf, welche Eduard Hofmann von der IG Basi im Namen weiterer Parteien eingab, war an der GV Ende März das einzige Geschäft. Der Gemeinderat und die RGPK lehnen die Initiative als zu kostspielig und gesetzlich nicht nötig ab. Gemeindepräsident Christian Pfaller rechnet vor, dass sich der Betrag für die Liftanlagen auf rund 2,2 Millionen Franken mit einer Kostengenauigkeit von 30 Prozent belaufen würde. Somit könnten diese Liftanlagen mit rund 2,9 Millionen Franken zu Buche schlagen. Dazu kommen Zusatzkosten von 121 000 Franken pro Jahr. Christian Pfaller erklärt: «Eine Einfügung der Lifte wäre im Projekt noch möglich, jedoch mit Verfahrensrisiken. Eine Realisierung ist auf Mitte 2027 geplant.» Er ergänzt, dass keine Mitfinanzierung von Seiten SBB oder dem Bund über das Agglomerationsprogramm möglich sei.

Bahnhof ist eine Visitenkarte

Eduard Hofmann (IG Basi) kam als Vertreter der Initianten zu Wort und erklärte, warum erst jetzt dieses Begehren vorliegt. «Wir haben schon 2001 davon gesprochen und sind immer wieder beim Gemeinderat vorstellig geworden.» Anhand eines rudimentären Aufbaues mit Absperrbändern und einem Leintuch in der Grösse des Liftes, visualisierte Hofmann die Durchgangsbreiten auf dem Perron, da die Pläne der SBB «doch schwierig zu lesen» seien. Der Bahnhof sei für ihn eine Visitenkarte eines Dorfes.

Konkrete Richtlinien vorhanden

RGPK-Präsident Lukas Müller erklärt daraufhin, dass die Behörde diese Initiative ablehne und genauer abgeklärt habe, warum die SBB nicht baue und zahle. Er wies auf «sehr konkret formulierte Richtlinien für einen stufenfreien Bahnzugang» hin. «Mit diesem Bassersdorf-Finish verlangen wir etwas, was geprüft und festgestellt wurde, dass weder der Bund noch die SBB verpflichtet sind oder eine Notwendigkeit sehen, Liftanlagen bei unserem Bahnhof zu realisieren.» Zudem könnten Reisende nicht davon ausgehen, auch am Zielbahnhof einen Lift anzutreffen. «Die angespannte Finanzlage der Gemeinde soll nicht belastet werden mit Ausgaben, welche über einen Standard hinausgehen, der schweizweit angewendet wird.»

«Die angespannte Finanzlage der Gemeinde soll nicht belastet werden mit Ausgaben, welche über einen Standard hinausgehen, der schweizweit angewendet wird.»

Lukas Müller, Präsident Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission Bassersdorf

Rampe zu steil

In den anschliessenden Voten wurde die Rampe mit einer Steigung von zwölf Prozent als grosses Hindernis gesehen. Andere betonten, dass die Gesellschaft älter werde und dieses Projekt daher nachhaltig in die Zukunft investiere.  Ein Votant, der früher als Bauvorstand den heutigen Bahnhof mitgeplant hatte, gab zu Bedenken, dass die SBB-Vorschriften nicht immer Sinn machen und man sich wehren dürfe.

Das Thema um die Zusatzzahlungen von Nachbargemeinden oder der SBB trieb die Votanten um. Christian Pfaller wies darauf hin, dass man bezüglich der SBB gar Rekurs eingelegt habe und abgeblitzt sei. Es gebe klare Vorschriften, wann man andere Gemeinden für Zahlungen anfragen könne. Ein Votant erwähnte, dass kein Privater ein Projekt, in dem eine Kostenungenauigkeit von 30 Prozent vorläge, in Angriff nehmen würde.

Am Ende wurde abgestimmt: Die Konsultativabstimmung mit der Empfehlung für die Urnenabstimmung am 14. Juni lautet klar: 77 Stimmbürger wollen einen Lift, 32 sprachen sich dagegen aus.

Ausführlicher Bericht im dorfblitz April

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