Region

Nur wenige Arztpraxen in der Region bieten noch COVID-19-Impfungen an

Die Durchimpfung der Bevölkerung gegen Covid 19 macht Fortschritte. Wie sich die Situation in den drei Gemeinden Bassersdorf, Nürensdorf und Brütten gestaltet, wollte der dorfblitz bei einer kleinen Umfrage bei ausgesuchten Arztpraxen erfahren.

Der Stoff der Begierde wurde auch in der dorfblitz-Region reichlich verabreicht. (rh)

Das Fazit gleich vorweg: Während einige Hausarztpraxen nach wie vor Covid-Impfungen durchführen, haben andere diesen Service bereits eingestellt oder sind daran, dies zu tun. Zu gross sei der logistische und administrative Aufwand, Impfungen neben dem ordentlichen Praxisbetrieb durchzuführen. Ausserdem hat der Kanton neue Bestimmungen erlassen.

280 Personen ganz durchgeimpft

Einer, der nach wie vor die Spritze bei seinen Patienten ansetzt, ist Ralf Lohner von der Rosengartenpraxis in Bassersdorf. Seit 10. April bis Mitte Mai hat er bereits 220 Erstimpfungen durchgeführt und 280 Personen ganz durchgeimpft. «Wir wurden von Anfang an von Anfragen überrannt», sagt Lohner. Bei der Reihenfolge orientierte man sich aber klar an den Vorgaben des BAG, meint der Hausarzt. Zuerst waren die über 65-Jährigen und Risikopatienten dran, mittlerweile können sich aber alle Patienten melden. Um genug Menschen impfen zu können, hat er sogar seinen Praxisalltag umgestellt. Am Mittwochnachmittag beispielsweise ist die Praxis nur für Impfungen geöffnet. Und am Samstag, wo die Praxis normalerweise geschlossen ist, wird den ganzen Tag der kleine Piks verabreicht. Das macht gut und gerne 60 Impfungen pro Tag. «Die Leute sind froh und dankbar, dass sie bei uns die Impfung bekommen können», freut sich Lohner. Natürlich sei der administrative Aufwand beträchtlich und da gebe es schon hin und wieder eine Nachtschicht, um die Daten zu verarbeiten, bestätigt auch seine medizinische Praxisassistentin Fabienne Studer. Doch die Rosengarten Praxis sieht ihr Angebot als Beitrag an die Dorfbevölkerung.

«Die Leute sind froh und dankbar, dass sie bei uns die Impfung bekommen können.»

Dr. med. Ralf Lohner, Rosengarten Praxis Bassersdorf

«Hätten gerne weitergeimpft»

Auch die Praxis von Jens Nackenhorst in Bassersdorf hat bisher an der Impfaktion teilgenommen. Er konnte die erste Dosis Anfang April verabreichen. Seine Patienten über 75 Jahre seien mittlerweile fast durchgeimpft. «Gerne hätten wir auch noch die Patienten auf unserer Warteliste geimpft, vorausgesetzt, dass wir von der Kantonsapotheke genug Impfstoff erhalten hätten. Leider hat die Gesundheitsdirektion Zürich nun entschieden nur noch Institutionen zu beliefern, die sehr grosse Mengen abnehmen, so dass wir nicht mehr in der Lage sind, dieses neben unserem Kerngeschäft zu bewältigen», meint Sandra Nackenhorst, welche die Administration managt.

Gar nicht happy ist Sandra Nackenhorst auch mit dem vom Kanton vorgeschriebenen Wechsel des Registrierungs- und Datenerfassungstool von Aerztefon auf Vacme. Dieses sei umständlich und sehr zeitaufwendig zu bedienen. «Das Arbeiten wird uns damit nicht einfach gemacht», kritisiert sie. «Nichtsdestotrotz hätten wir uns darauf eingelassen, um unseren Patienten, welche kein Internet für die Registrierung zur Verfügung haben oder nicht so mobil sind, den Zugang zu einer Impfung zu ermöglichen.»

Tagesgeschäft leidet zu sehr

Ähnlich sieht die Situation bei den drei anderen befragten Arztpraxen, Praxis am Chreisel in Bassersdorf, der Huusarztpraxis in Nürensdorf und der Praxis von Franz Baumann in Brütten aus. Nachdem sie die älteren Menschen und Risikopatienten durchgeimpft haben, werden sie das Impfen in Kürze einstellen oder haben bereits damit aufgehört. Zu gross seien die administrativen und organisatorischen Aufwände, welche mit der Impfaktion verbunden sind. Dazu störe es den normalen Praxisbetrieb und oft seien die Platzverhältnisse für einen geordneten Betrieb in ihren Räumlichkeiten nur ungenügend, meint etwa Urs Zehnder von der Praxis am Kreisel. Dennoch hat er bis jetzt 400 Personen durchgeimpft. Auch in der Huusarztpraxis Nürensdorf wird Remy Bürki und sein Team 340 Patienten durchimpfen und dann das Angebot einstellen. In der Praxis von Franz Baumann in Brütten werde derzeit nicht mehr geimpft, da das Tagesgeschäft zu sehr leide, schreibt Baumann. Immerhin hat er bis jetzt 240 Patienten geimpft, darunter waren die meisten Risikopatienten.

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