Flughafen Zürich legt Pläne für die Verlängerung der Pisten 28 und 32 öffentlich auf
Die geplanten Pistenverlängerungen am Flughafen Zürich sind einen Schritt weiter. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat die Pläne öffentlich aufgelegt.
Die Dokumente können ab Montag eingesehen werden. Wie das BAZL bekannt gibt, läuft die öffentliche Auflage noch bis Ende Juni. Die Unterlagen werden nicht nur im Kanton Zürich, sondern auch in den Kantonen Aargau und Schaffhausen öffentlich zugänglich gemacht. Gleichzeitig erhalten diese Kantone sowie St. Gallen, Thurgau und verschiedene Bundesstellen die Möglichkeit, zum Grossprojekt Stellung zu nehmen.
Geplant ist, die Piste 28 um 400 Meter nach Westen und die Piste 32 um 280 Meter nach Norden zu verlängern. Ursprünglich gehen die Pistenverlängerungen auf eine umfassende Sicherheitsanalyse aus dem Jahr 2012 zurück. Damals wurden rund 30 Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheitsmargen identifiziert. Die Verlängerung der beiden Pisten zählt zu den wichtigsten davon.
Übersicht
Die Piste 28 ist heute mit einer Länge von 2500 Metern für Landungen mit gewissen Flugzeugtypen zu kurz, insbesondere bei Nässe oder leichtem (zulässigem) Rückenwind. Deshalb müssen solche Anflüge auf die Piste 34 umgeleitet werden. Piste 32 wiederum ist mit ihrer heutigen Länge von 3300 Metern für Starts von gewissen Langstreckenflugzeugen zu kurz. Diesen muss für den Start die längere Piste 34 zugewiesen werden.
Beim Flughafen Zürich kommt hinzu, dass im Fall von Anflügen auf Piste 34 sich die Route für einen möglichen Durchstart mit der Startroute ab Piste 32 kreuzt. Starts auf Piste 34 wiederum kreuzen die Landepiste 28 (Pistenkreuz). Und um zum Anfang der Piste 34 zu gelangen, müssen die vom Dock Midfield herkommenden Langstreckenflugzeuge beim Rollen die Piste 28 queren.
(Quelle: Flughafen Zürich)
Der Betrieb am Flughafen Zürich wird seit 1976 unverändert auf dem heutigen Pistensystem mit drei Start- und Landebahnen abgewickelt. Laut Flughafen dienen die Anpassungen dazu, die Sicherheit zu erhöhen und die Pünktlichkeit zu verbessern. Zudem soll der Fluglärm in den Abendstunden reduziert werden. Kritiker sehen darin hingegen einen möglichen Ausbau der Kapazitäten.
Im Jahr 2024 sprach sich die Zürcher Stimmbevölkerung mit 61,7 Prozent Ja-Stimmen für das Vorhaben aus. Mit dem Baustart rechnen die Verantwortlichen frühestens im Jahr 2030. Darin seien mögliche Verzögerungen bereits mit einberechnet. Bis die ersten Flugzeuge auf den längeren Pisten starten und landen können, dauert es voraussichtlich noch zehn Jahre.

