Region

Spitzensportler besuchen Oberstufen

Joana Heidrich, Diego Benaglio, Giulia Steingruber, Reto Hug: grosse Namen des Schweizer Sports trainierten anfangs Februar mit den Schülerinnen und Schülern der Oberstufen in Basserdorf und Nürensdorf. Organisiert wurde der Anlass vom Netzwerk Bassersdorfer Business Circle BBC. Das Tüpfli auf dem i: Rainer Maria Salzgeber moderierte die Sportstunden und spielte gleich aktiv mit.

Rainer Maria Salzgeber mit Diego Bengalio und Reto Hug.
Ex-Torhüter Diego Bengalio zeigt seine Fussballkünste im Hatzi. (Bilder rh)
Es ist ein spezieller Tag für die Schülerinnen und Schüler.
Auch der Moderator Rainer Maria Salzgeber zeigte sich von seiner sportlichen Seite.
Die Schülerinnen und Schüler wurden sportlich gefordert.
Dabei stand jedoch der Spass im Vordergrund.
Nicola Spirig war als Puzzlebild anwesend.
Es blieb auch Zeit für Fotos mit den Profisportlern.
Heidrich und Salzgeber in der Fragestunde mit den Schülerinnen und Schüler.
Anschliessend wurde auch noch gespielt.
Natürlich unter der Leitung der Expertin.
Wie die Spitzensportlerin...
...so die jungen Schülerinnen und Schüler.
Die Schülerinnen und Schüler waren motiviert dabei...
...und genossen den speziellen Anlass.
In der Turnhalle Mösli beantwortete die Beachvolleyballerin die Fragen der Kinder.

Gespannte Stimmung herrschte in den Turnhallen Mösli in Bassersdorf und im Hatzenbühl in Nürensdorf, bevor die Sportgrössen die Hallen betraten und mit den Oberstufenschülerinnen und -schülern eine Sportlektion absolvierten. «Es isch scho chli anders als schuscht», erklärte ein Schüler trocken. Und so war es: Joana Heidrich, Bronzemedaillengewinnerin an der Sommerolympiade 2021 im Beachvolleyball, ist in Kloten aufgewachsen und führte die Jugendlichen am Montagmorgen ins Volleyballspiel ein. Mit von der Partie war auch der SRF-Moderator Rainer Maria Salzgeber, der witzig und sehr sportlich die Jugendlichen zum Mitmachen überzeugte: «Joana ist die Nummer 9 der Weltrangliste, ich bin nur die Nummer 18 710 der Moderatoren, aber wir sind hier, um Spass zu haben.»

Waren die Jugendlichen zu Beginn noch verhalten, tauten sie immer mehr auf und am Ende wurde gesmasht, gepasst und Manschettenabnahmen mit viel Einsatz geübt. Joana Heidrich gab Tipps zur Technik, motivierte sie, den ganzen Körper einzusetzen, um die Energie voll umzusetzen. Man hörte aus den Anweisungen, dass die Sportlerin weiss, wovon sie spricht. Zwischendurch dann die Bitte der Schüler, sie solle einmal einen richtigen Smash zeigen und «wumms», ein Heidrich-Smash war eindeutig eine Klasse für sich! Selbst Salzgeber konnte hier nicht mehr mithalten und den Ball sauber annehmen, was er jedoch sportlich mit einem Lachen quittierte.

«Ich hätte mit dreizehn Jahren auch nie gedacht, dass ich eine Olympiamedaille gewinne!»

Joana Heidrich, Beachvolleyballerin

Träume gross träumen

In der anschliessenden Fragerunde wurden ernsthafte Fragen gestellt und Joana Heidrich antwortete offen, mit dem Hinweis, dass sich ein Einsatz immer lohne und die Wünsche und Träume nie zu klein gesteckt werden sollen. «Ich hätte mit dreizehn Jahren auch nie gedacht, dass ich eine Olympiamedaille gewinne!» Die Jungs wollten von Rainer Maria Salzgeber wissen, wer sein Lieblingsfussballer sei. Er habe keinen Liebling, er kenne sehr viele und nehme nie Partei für eine Mannschaft – ausser natürlich für die Schweizer Nati! Er betonte, dass er gelernt habe, offen auf die Menschen zuzugehen und sich nicht ein Bild von ihnen zu machen oder sie vorzuverurteilen aufgrund einer Aussage oder eines Verhaltens. Damit habe er gute Erfahrungen gemacht. Heidrich schloss die Runde, indem sie betonte, wie wichtig auch mal ein Lachen sei. Sie habe immer hart trainiert und dachte, ein Lachen habe keinen Platz dabei. Ihr Trainer habe sie eines Besseren belehrt und ihr gezeigt, dass man mit einem Lachen eine Situation entschärfen könne und sich auch einmal für eine schlechtere Leistung verzeihen.

Fragestunde mit Joana Heidrich

Die Jugendlichen äusserten sich im Anschluss an die Sportsession durchwegs positiv: «coole Stunde, schon noch einiges gelernt, hat Spass gemacht.»

Fussball und Triathlon in Nürensdorf

Am Dienstag fand der Sportvormittag an der Sekundarschule Hatzenbühl in Nürensdorf seine Fortsetzung mit rund 60 Schülerinnen und Schüler. Eigentlich hatte Salzgeber die Bülacher Triathletin und Olympiasiegerin Nicola Spirig eingeladen. Doch just zwei Tage zuvor hatte sie einen bösen Velo-Trainingsunfall. Doch es wäre nicht der umtriebige Salzgeber, der in dieser Situation sein Sport-Netzwerk aktivierte und als ebenbürtigen Ersatz den ehemaligen Fussball-Nati-Torhüter Diego Benaglio gewinnen konnte. Doch die Schülerinnen und Schüler musste nicht ganz auf Nicola Spirig verzichten. An ihrer Stelle war ihr Lebenspartner und ehemaliger Triathlet Reto Hug gekommen, um den Morgen mit den Jugendlichen zu verbringen.

Schülerinnen und Schüler singen für Nicola Spirig

Im Gepäck hatte er nicht nur eine übergrosse Fotoattrappe von Nicola als Puzzlebild dabei, sondern auch verschiedene Sportgeräte, um damit einen Triathlon-Gruppenwettkampf auszutragen. Statt Schwimmen mussten sich die Teilnehmenden eine Badekappe aufsetzen und auf einem Rollwägeli bäuchlings liegend eine Strecke um einen Pfosten abfahren. Statt Velo galt es auf einem Kickboard einen Parcours zu absolvieren und danach eine Rundstrecke zu laufen. Nach jeder Runde musste mit einem Puzzleteil das Bild von Nicola vervollständigt werden.

Im anderen Teil der Halle stand Fussball auf dem Programm. Mit von der Partie Diego Benaglio und Organisator Rainer Maria Salzgeber. Zum Abschluss liessen es sich die Schülerinnen und Schüler nicht nehmen, ein Selfie mit den Sportgrössen zu schiessen. Benaglio zeigte sich begeistert von diesem Morgen. «Es war schön zu sehen, wie die Jugendlichen nach anfänglicher Zurückhaltung schon rasch voll motiviert bei der Sache waren. Und auch, solche fröhlichen Gesichter zu sehen», so der frühere Nati-Goalie. Er hoffe, den Jugendlichen mit diesem Morgen auch etwas mit auf den Weg geben zu können.

«Es war schön zu sehen, wie die Jugendlichen nach anfänglicher Zurückhaltung schon rasch voll motiviert bei der Sache waren.»

Diego Benaglio, Ehemaliger Torhüter

Medaillen zum Bestaunen

Am Mittwoch zauberte die Turnerin und Olympia-Bronzemedaillen-Gewinnerin am Sprung 2016, Giulia Steingruber, eine femininere Stimmung in die Basserdorfer Möslihalle und zeigte sich trotz Krücken nach einer Operation als beweglich und motiviert. Mit im Gepäck hatte sie einige ihrer grossen Medaillen. «Sie sitzt vor den Jugendlichen und man kann ihnen erklären, dass nur gerade zwei Personen auf der Welt besser waren – nur zwei!», erklärt Salzgeber, «ganz direkt und nicht abstrakt – da ist was passiert in den Köpfen». Dazu hat Steingruber von Privatem gesprochen, dass sie mit dreizehn Jahren zuhause ausgezogen sei nach Magglingen, habe die Schwester und Eltern zurückgelassen, um optimal zu trainieren. Ebenso kamen ihre Verletzungen zur Sprache. «Die Jugendlichen haben hautnah gehört, wie viele Facetten der Weg bis zum Topstar bereithält», erzählt Salzgeber.

BBC als Sponsor für Schulprojekt

 Organisiert und finanziell ermöglicht haben diese drei hochstehenden Sportmorgen der Basserdorfer Business Circle, ein Netzwerk aus Unternehmern der Region, die sich die finanzielle und moralische Unterstützung von Sportclubs und -vereinen auf die Fahne geschrieben haben. Salzgeber ist ebenfalls Mitglied des BBC und federführend bei der Organisation durch sein sportliches Netzwerk.

Riesiger Nutzen für Jugendliche

Organisator Rainer Maria Salzgeber ist «superhappy, aber kaputt» nach den drei Sporttagen. «Es ist genauso gelaufen, wie wir es uns erhofft haben.» Er schwärmt von der positiven Energie der Jugendlichen, den offenen Fragen und der Präsenz der Spitzensportler. «Diese Nähe und Offenheit, die Gespräche miteinander und zu hören, dass eine der Besten auf der Welt direkt vor ihnen sitzt und erzählt, wie hart der Weg ist, war unbeschreiblich.» Giulia Steingruber kam an Krücken in die Halle, Nicola Spirig hatte sich soeben schwer verletzt – dies zeigte exemplarisch, was es bedeute. Jeder Weg halte nicht immer nur Top-Erlebnisse bereit, aber es sei eindrücklich zu hören, wie man damit umgehen könne. (sg)

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