Projekt für Zentrumsgebäude im Schulhaus Ebnet erkoren
An einer öffentlichen Ausstellung zeigte die Gemeinde Nürensdorf die fünf erarbeiteten Vorschläge für den zweistufigen Projektwettbewerb.
Ein Meilenstein sei erreicht, erklärt Gemeindepräsident Hannes Schärer den geladenen Gästen aus Schule, Behörden, Gemeinde und Jury am Donnerstagabend Ende Oktober. «Wir bauen eine zukunftsfähige Schule, wie wir uns dies vorstellen.» An diesem Abend konnten sie die fünf Projekte näher begutachten, welche am zweistufigen Projektwettbewerb für das neue Zentrumsgebäude auf der Schulanlage Ebnet teilgenommen hatten. Als «klarer Sieger» wurde dabei das Gebäude «Tempietto» – was soviel wie Tempel bedeute –, der ARGE Wolfgang Rossbauer GmbH und Notari Pagano GmbH gewürdigt.
«Ein Meilenstein ist erreicht.»
Im zweistufigen Projektwettbewerb bewarben sich 24 interessierte Planungsteams. Aus diesen wählte ein Beurteilungsgremium, welches aus einem Fachpreisgericht mit Fachleuten aus der Architektur und einem Sachpreisgericht, welches mit Vertretern der Gemeinde und Schule bestückt war, fünf Teams aus, die einen detaillierteren Projektvorschlag ausarbeiteten, welche im Schulhaus der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Adrian Kramp, welcher das Fachpreisgericht präsidierte, ging an diesem Abend im Schnellzugstempo durch die fünf Projektvorschläge mit den klingenden Namen «Come Together». Karussel, Chamäleon, Ciranda und Tempietto. Er erklärte mit wenigen Worten, woran es jeweils beim Vorschlag für die Jurymitglieder haperte, würdigte aber auch die Vorzüge der jeweiligen Projekte. Wie bei einem solchen Verfahren üblich, wissen die Jurymitglieder nicht, wer hinter den Vorschlägen steckt – der Prozess verläuft anonym und erst nach definitivem Entscheid wird der Schleier gelüftet.
Nutzung kann sich einnisten
Für das Projekt Tempietto verlor Kramp besonders lobende Worte: «Es ist ein einfaches und robustes Konzept, welches eine schlüssige und nachhaltige Antwort auf die Anforderungen der Ausschreibung gibt.» Anscheinend war Tempietto im Gremium ein klarer Gewinner: es sei gut strukturiert und beleuchtet – da könne sich eine Nutzung einnisten, wie Kramp weiter ausführt. Die Nutzung des Zentrumsgebäudes ist einer der Knackpunkte. Bevor das Gebäude seiner definitiven Bestimmung als Tagesstrukturgebäude zugeführt wird, wird es noch als Durchgangslösung während der Sanierung der beiden Schultrakte genutzt. Die Ausschreibung beinhaltete diese «Rochaden und Zwischennutzung», welche die Architekturbüros zu berücksichtigten hatten.
«Man darf sich nicht täuschen lassen. Auch wenn unsere Grundrisszeichnungen für Laien vielleicht einfach aussehen, so ist die Komplexität unserer Projektes gut verborgen.»
Flexibel und modular
Das Architektentrio mit Wolfgang Rossbauer, Vincenzo Pagano und Giorgio Notari betonten bei der Präsentation denn auch, dass das Wort flexibel sehr häufig gefallen sei bei der ersten Besichtigung des Bauplatzes und der Umgebung vor Ort. Daraufhin hätten sie sich zusammengesetzt und Tempietto sei entstanden. Giorgio Notari sagte dazu: «Man darf sich nicht täuschen lassen. Auch wenn unsere Grundrisszeichnungen für Laien vielleicht einfach aussehen, so ist die Komplexität unserer Projektes gut verborgen.» Auf den Plänen springt die Strukturierung in 18 Quadratmeter-Rechtecke ins Auge. Vincenzo Pagano erzählt, dass dies der Grundstein für die flexible Nutzung und die Modularität der Innenraumgestaltung sei. Ein Kern aus Beton in der Mitte des Gebäudes verleiht die nötige Stabilität und gibt Halt für den Infrastrukturkern mit Lüftung, Leitungen und anderer technischer Infrastruktur.
Die filigrane Ansicht und Durchsicht im Gebäude gibt Raum für Verbesserung. Adrian Kramp gab dem Architektentrio mit auf den Weg, den «industriellen Charakter» des Gebäudes nochmals anzugehen und dem Gebäude mehr Wärme einzuhauchen – trotz Holzbau.



