Verwandlungen und spitze Beobachtungen mit dem «Duo Barista»
Auf Einladung der Kulturkommission Bassersdorf machte das Comedy-Duo «Barista» Ende März Halt in der Aula des Schulhauses Chrüzacher. Mit ihrem Stück «Block 22» servierten Babs Stehli und Annette Burkhardt dem Publikum eine pointierte und amüsante Studie über das Zusammenleben unter Nachbarn.
Bereits zu Beginn wird augenzwinkernd klargestellt, dass jegliche Ähnlichkeiten mit realen Personen rein zufällig seien. Eine Bemerkung, die im Verlauf des Abends wohl so manchen im Saal schmunzeln liess. Das Bühnenbild gibt sich minimalistisch: fünf grosse, metallene, durchsichtige Würfel und zwei Damen in Schwarz. Mehr braucht es nicht für ein rasantes Spiel der Verwandlungen. Annette Burkhardt und Babs Stehli wechseln Figuren, Namen und Perücken in atemberaubendem Tempo und lassen die Bewohnerinnen und Bewohner des «Block 22» lebendig werden. Zwischen Tratsch, Streit und kleinen Intrigen entfaltet sich ein buntes Figurenkabinett.
Hausfrieden in Gefahr
Ausgangspunkt der Handlung ist ein unscheinbares Bauprojekt. Im Keller wird durch den Ausbau eines Öltanks Platz frei, der neu genutzt werden soll. Eine Architektin erhält den Auftrag zur Neugestaltung, die Verwaltung ruft die Mieterschaft zur Mithilfe auf. Was nach Zusammenarbeit und Gemeinschaft klingt, entwickelt sich schnell als Bühne für Eitelkeiten, Wunschträume und unterschwellige Spannungen.
Denn im «Block 22» war bislang alles eher ruhig. Man grüsste sich höflich im Treppenhaus, traf sich gelegentlich in der Waschküche. Doch kaum soll gemeinsam über die Nutzung des neuen Raums entschieden werden, zeigen sich Risse im sozialen Gefüge.
Mit scharfem Blick und viel Humor entlarvt das «Duo Barista» die Mechanismen des Zusammenlebens – persönliche Interessen, geschickte Bündnisse und der feine Versuch, andere für die eigenen Ideen einzuspannen.
Das Comedy-Duo ist seit drei Jahren mit «Block 22» unterwegs und trifft dabei den Nerv des Publikums. Auch in Bassersdorf wurde geschmunzelt und gelacht. Zum Abschluss dankte das Publikum mit viel Applaus. Die Mehrheit fühlte sich gut unterhalten und hat sich amüsiert. Einige Stimmen merkten aber auch an, dass der Funke nicht ganz übergesprungen sei – Meinungen, ganz wie in einem echten Wohnblock eben.

