Region

Zwiespalt bei Tempo-30 auf Gemeindestrassen

Tempo-30-Zonen sind nicht in allen Gemeinden im Zürcher Unterland beliebte Verkehrslenkungsmassnahmen. Dennoch versuchen in Bassersdorf und in Nürensdorf Anwohner verkehrsreicher Strassen mit Unterschriftensammlungen eine Tempo-30-Zone zu erwirken.

Beim Thema Tempo-30 scheiden sich die Geister. Während die einen es als wichtige Sicherheitsmassnahme sehen, ist es für andere reine Schikane. (sg)

Tempo-30-Zonen spalten die Gemüter. Einige Verkehrsteilnehmer haben sich an die 30 Stundenkilometer in Wohnquartieren gewöhnt und erschrecken höchstens, wenn ein mobiler Geschwindigkeitsmessapparat überprüft, ob die gefahrene Geschwindigkeit auch eingehalten wird. Andere wiederum stören sich an den grossflächigen Zonen und dem Wechsel der Geschwindigkeiten auf kleinem Raum. Der Standard im Strassenverkehr ist innerorts 50 Stundenkilometer zu fahren und ausserorts 80 Stundenkilometer.

Grössere Gemeinden dafür

Wirft man einen Blick im Geoportal des Kantons Zürich auf die Region, sieht man grosse Unterschiede in der Handhabung solcher Verkehrslenkungsmassnahmen in den einzelnen Gemeinden. Grössere Gemeinden scheinen Tempo-30-Zonen eher zu befürworten, wie dies beispielsweise in Wallisellen, Effretikon, Bülach oder Kloten der Fall ist. Während Bassersdorf flächendeckend Tempo-30 im Jahr 2013 eingeführt hat, sind die Gemeinderäte von Nürensdorf und Brütten keine Verfechter dieser Tempo-Reduktionszonen.
In Nürensdorf erklärte der Gemeinderat kürzlich an einem Workshop mit der Bevölkerung, dass man in Nürensdorf ein einheitliches und klares Temporegime bevorzuge mit dem Grundprinzip «ausserorts Tempo 80 – innerorts Tempo 50».

Brütten verzichtete

Auch in Brütten stand das Thema 2019 und 2021 bereits auf der Agenda des Gemeinderates. Man prüfte, ob ein neues Temporegime nötig sei für die teilweise engen Strassen im Dorf. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, bestehend aus verschiedenen Abteilungen der Gemeinde sowie Bürgern. Sie sollten abklären, wie sich die Verkehrssituation im Dorf präsentiert und welche Konsequenzen ein neues Temporegime nach sich ziehen würde. Im September 2021 entschied der Gemeinderat, auf die Einführung von Tempo 30 zu verzichten, jedoch – wo nötig – Massnahmen umzusetzen, was auch geschah. Die GLP Brütten ist noch nicht zufrieden mit der Lösung und möchte eine Verkehrskommission bilden, welche sich permanent mit der Situation befasst.

Vorstösse mit Unterschriftensammlungen

Dennoch bleibt das Thema Tempo-30 bei Bürgerinnen und Bürgern permanent auf dem Tapet. So sind zurzeit in allen drei Gemeinden der dorfblitz-Region Anfragen von Bürgern in Form von Petitionen, Initiativen oder Paragraph-17-Anfragen eingegeben worden. Sie alle haben die «Verkehrsberuhigung» oder «Lärmverminderung» als wichtigstes Ziel ihrer Eingaben sowie die Sicherheit der Schulkinder, welche die der Schule angrenzende Strassen queren müssen. Während sich in Bassersdorf bei der Petition für die Beruhigung der Dietlikoner-/Bahnhofstrasse durch eine Tempo-30-Signalisation 113 Mitunterzeichner beteiligten, waren es in Nürensdorf für die Beruhigung der Hatzenbühlstrasse deren 108 Mitunterzeichner.

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